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Ausbildung von Lehrkräften in Amedzofe/Ghana: MP 2703

Gegenseitiger Respekt

Weltweit bedeutet Bildung die Chance auf ein besseres Leben. So auch in Ghana. Daher unterhält die Evangelisch-Presbyterianische Kirche eine Ausbildungsstätte für Lehrerinnen und Lehrer.

Am Fuß des Berges Gemi, einem felsigen Hügel in der Volta-Region, liegt Amedzofe. Der Name der Ortschaft hat eine religiöse Bedeutung und wird als Synonym für „Reich Gottes“ verstanden. Hier betreibt die EP Church das „EP College of Education“. Dr. Dickson Tsey ist seit acht Jahren der Leiter dieser Einrichtung. „Ich glaube an eine transformative Kraft von Erziehung und Bildung, also daran, dass sich dadurch etwas tiefgreifend und dauerhaft ändert“, sagt er. „Deshalb liegt mir die Arbeit hier so am Herzen.“

Zurzeit studieren in Amedzofe 1.100 junge Männer und Frauen. Sie können wählen zwischen den Zweigen Frühkindliche Bildung, Grundschule und Sekundarstufe I. Alle Studiengänge schließen mit dem Bachelor ab und beinhalten auch den Umgang mit künstlicher Intelligenz und digitalen Werkzeugen, die in der Pädagogik hilfreich sind. „Durch die hohen Studierendenzahlen kommt es allerdings zu logistischen Engpässen“, berichtet Dr. Tsey. „Zwei zusätzliche Schlafsäle sind gerade in Bau, ein weiterer ist in Planung. Bei den Mahlzeiten müssen wir improvisieren, es gibt keine Mensa, die groß genug wäre für alle.“ Das Hauptproblem ist allerdings die Wasserversorgung. Zum einen benötigt das College größere Mengen wegen der gestiegenden Zahl an Student:innen. Zum anderen steht infolge des Klimawandels weniger Wasser zur Verfügung. Manchmal funktioniert die Wasserzufuhr der Kommune nur für ein bis drei Stunden pro Tag, manchmal überhaupt nicht. Überall auf dem Gelände stehen große Wasserbehälter, die mit Namen der Auszubildenden gekennzeichnet und mit Bügelschlössern gesichert sind. „Das ist schon dramatisch“, meint der Direktor. „Wir bräuchten einfach dringend zwei Brunnen auf dem Campus.“

Trotz der Schwierigkeiten sei eine gute Gemeinschaft entstanden, sagt Dickson Tsey. Etwa 95 Prozent der Studierenden gehören einer christlichen Kirche an, aber es werden auch Muslime und Angehörige traditioneller afrikanischer Religionen aufgenommen. Im College feiert man sowohl christliche Feiertage als auch muslimische. „Religiöse Toleranz und gegenseitiger Respekt sind für uns wichtige Werte“, sagt der Leiter der Einrichtung „Und wenn unsere Studierenden das hier gelernt haben, geben sie es auch später bei der Arbeit in der Schule weiter. Das dient am Ende der gesamten Gesellschaft.“

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