• Stimmen aus Keta

Stimmen aus Keta

Die Schule KETASCO – „Fly Now“

Die Keta Senior High Technical School (KETASCO) gehört zu den bekanntesten weiterführenden Schulen der Volta Region in Ghana. Gegründet 1953 mit nur wenigen Schüler:innen, lernen heute mehr als 2.800 junge Menschen an der Schule.

Das Schulmotto „Dzo Lali“ – „Fly Now“ – steht für Bildung, Disziplin und die Hoffnung auf eine bessere Zukunft.

Im Rahmen des Projekts setzten sich Schüler:innen mit der Geschichte der Versklavung, Erinnerungskultur und Fragen globaler Gerechtigkeit auseinander.

Nach einer Einführung zur Geschichte der transatlantischen Versklavung diskutierten die Schüler:innen über deren Folgen bis heute. Dabei entstanden Gedichte, Texte und kreative Beiträge über Erinnerung, Ungerechtigkeit und Zukunftsvisionen.

Ein wichtiger Ausgangspunkt war der Besuch von Fort Prinzenstein in Keta – einem historischen Ort der Verschleppung versklavter Menschen an der ghanaischen Küste.

Begleitet wurde das Projekt von den Lehrkräften Abrawa Daniel und Gomashie Innocent, sowie Joel Degue und Katharina Hoffmann. Gemeinsam mit den Schüler:innen diskutierten sie über Geschichte, Verantwortung und die Bedeutung lokaler Erinnerungsorte.

Besonders wichtig war dabei die Verbindung zwischen schulischem Lernen und den Erfahrungen der lokalen Gemeinschaft.

Videos der Vorstellung der Ergebnisse der Schüler:innen finden Sie hier.

Dies sind die Texte, die die Schüler:innen erarbeitet haben:

Fort Prinzenstein – Erinnerung an der Küste

Nach dem Besuch von Fort Prinzenstein sprachen Katharina Hoffmann und Joel Degue mit dem lokalen Chief Togbi James Ocoloo V über die Bedeutung des historischen Ortes und aktuelle Initiativen zur Erinnerungskultur in Keta. Große Teile der ehemaligen Festung wurden durch die Küstenerosion zerstört. Das Ghana Museums and Monuments Board (GMMB) arbeitet gemeinsam mit der lokalen Gemeinschaft an einem eigenständigen Revitalisierungsprojekt.

Das Gespräch mit dem Chief können Sie hier ansehen.

Auch Joel Degue sowie die Journalisten Saviour Selasi Amenyedzi und Frederick Nuviadenu äußern sich zur Geschichte der Versklavung, zu Erinnerungskultur und zu Fragen historischer Gerechtigkeit.

Diese Interviews können sie hier ansehen.

Darüber hinaus entstanden in der Region weitere lokale Erinnerungsorte wie das Hedzranawo Slavery Museum und das Hedzranawo-Adzido Slave Market Memorial Centre, die 2023 eröffnet wurden. Beide Einrichtungen sind Teil des unabhängigen „Coastal Volta Enslaved Route Project“ und zeigen, wie lokale Gemeinschaften historische Aufarbeitung und Bildungsarbeit selbst gestalten.

Hier finden Sie Eindrücke und Fotos aus beiden Einrichtungen.

Atorkor und das Lied von Afuadiama

Das Küstendorf Atorkor war einst ein Ort des transatlantischen Handels mit versklavten Menschen. Noch heute erinnern ein Denkmal und lokale Erzählungen an diese Geschichte.

Besonders eindrucksvoll ist ein traditionelles Lied über die Entführung von Trommlern und Händler:innen im Jahr 1856. Die Geschichte wird bis heute mündlich weitergegeben und verbindet Erinnerung, Trauer und Widerstand.

Ein zentraler Teil der Erinnerungskultur in Atorkor ist das Lied über Afuadiama – eine junge Frau, die gemeinsam mit anderen Menschen auf ein Sklavenschiff gelockt und verschleppt wurde. Das Lied können Sie hier ansehen und anhören.

Das Lied erzählt von Verlust, Gewalt und der Hoffnung auf Rückkehr. Bis heute wird es in der Ewe-Sprache gesungen und von Generation zu Generation weitergegeben.

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