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Gesundheitsstation in Agoè-Nyive/Togo: MP 2704

Behandlung auch für die Ärmsten

Nicht alle in Togo können sich einen Arztbesuch oder benötigte Medizin leisten. Genau aus diesem Grund gründete die EEPT-Kirchengemeinde Agoè-Nyive bereits 1987 ihr eigenes Centre Médico-Social (CMS). Eine Anlaufstelle, an der Gemeindemitglieder Zugang zu Medikamenten und grundlegender Gesundheitsversorgung erhalten sollten, die sie sich sonst nicht hätten leisten können. Seit 2003 ist das Zentrum personell so aufgestellt, dass es auch über den Kreis der Kirchengemeinde hinaus vielen Menschen hilft.

Geleitet wird das CMS heute von Kossi Kpogno, einem medizinischen Assistenten. Der 69-Jährige ist verheiratet und Vater von drei Kindern. An seiner Seite stehen vier weitere Mitarbeitende: eine Pflegehelferin, ein Apotheker, ein Verwaltungsbeauftragter und eine Reinigungskraft.

Das CMS ist in mehrere Bereiche gegliedert: eine Einheit für Behandlungen und Konsultationen, eine Beobachtungsstation, in der Patientinnen und Patienten nach der Behandlung bis zu ihrer Entlassung betreut werden, ein eigenes Labor für Untersuchungen, die günstiger sind als im Krankenhaus, sowie eine Apotheke. Dort werden neben Naturheilmitteln auch Generika (Medikamente ohne Patentschutz) ausgegeben. Versorgt werden akute Beschwerden wie Kreislaufschwäche, aber Menschen kommen auch für regelmäßige Behandlungen wie Blutdruckmessungen oder Schwangerschaftsuntersuchungen. Weil die Leistungen hier weniger kosten als anderswo, findet auch Hilfe, wer wenig hat. Für diese Fälle hat die Gemeinde außerdem ein „Diakonisches Komitee“ eingerichtet, das auch bei der Versorgung über das CMS hinaus finanziell unterstützt.

Was das CMS von einer gewöhnlichen Gesundheitsstation unterscheidet, sind zwei Besonderheiten: Wenn nötig kommt das Personal auch zu Hausbesuchen, und wer es sich wünscht, für den wird gebetet. „Uns liegt ganzheitliche Heilung am Herzen“, bringt es Kpogno auf den Punkt.

Offiziell anerkannt ist die Arbeit des Zentrums bislang allerdings nicht: Eine staatliche Zulassung steht noch aus, ebenso fehlt es an Verträgen mit Versicherungsgesellschaften. Auch bei der Ausstattung gibt es Lücken. Die sichtbarste ist die eigene Entbindungsstation, die geschlossen ist, weil keine ausgebildete Hebamme zur Verfügung steht. Ihre Wiedereröffnung ist auch der Wunsch, den die Gemeinde für ihr CMS zuerst nennt.

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