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Spargruppen der Bibliahabobo: MP 2712

Auf eigenen Beinen stehen

Seit über 80 Jahren bringt die Bibliahabobo Frauen in den Gemeinden der Eglise Evangélique Presbytérienne du Togo (EEPT) zusammen – heute rund 7.000 landesweit. Im Mittelpunkt steht die gemeinsame Bibelarbeit. Doch von Anfang an ging es um mehr: Frauen sollten auch wirtschaftlich auf eigenen Beinen stehen können.

Wie das aussieht, ist von Gemeinde zu Gemeinde verschieden. Vielerorts entstehen Spargruppen, in denen mehrere Frauen zusammenlegen: Eine von ihnen erhält den Betrag, kauft davon Waren und verkauft sie mit Gewinn auf dem Markt weiter. Ist das Geld zurückgezahlt, ist die Nächste an der Reihe. Andernorts bewirtschaften die Frauen gemeinsam ein Feld mit Ingwer oder Maniok, und ein Teil der Ernte geht an die Ärmsten der Gemeinde. Beim Aufbau der Gruppen hilft Joseph Ahlidja, Leiter der Entwicklungsabteilung der EEPT, der zudem regelmäßig Mentorinnen ausbildet.

In Klikamé hat die Gruppe daraus eine eigene Variante entwickelt. Alle zahlen regelmäßig einen festen Betrag in eine gemeinsame Kasse ein. Am Jahresende wird abgerechnet und ein Betrag unter den Mitgliedern aufgeteilt – ein Teil aber bleibt als Rücklage stehen.

Diese Rücklage wandert nicht auf ein Bankkonto. Zur Erntezeit sind Grundnahrungsmittel billig: Alle verkaufen gleichzeitig, die Preise fallen. Monate später, wenn die Vorräte zur Neige gehen, steigen die Preise wieder. Wer im richtigen Moment kauft, einlagert und lange genug wartet, macht Gewinn. Genau das tun die Frauen – mit Mais etwa, aber auch mit anderen Waren, die sich lagern lassen. „Statt das Ersparte auf ein Bankkonto zu legen, haben wir beschlossen, es gewinnbringend einzusetzen", sagt eine der Frauen aus Klikamé.

Die Rechnung ist aufgegangen. Der Erfolg der Gruppe sprach sich herum, inzwischen sind alle Frauen der Gemeinde dabei, und auch einige Männer beteiligen sich. An einem Punkt aber stoßen solche Gruppen an ihre Grenzen: Für größere Anschaffungen reicht das Ersparte oft nicht ohne Weiteres, für neue Ackerflächen etwa, für Werkzeuge oder Fortbildungen.

Dafür sind Spenden noch nötig: als Startkapital für einen Schritt, den eine Gruppe aus eigenen Mitteln nicht schafft. Was sich damit erwirtschaften lässt, fließt zurück in die gemeinsame Kasse und in das nächste Vorhaben. Für die Zukunft wünschen sich die Frauen vor allem, ihre Aktivität weiter auszubauen.

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