Daniel Susu, der ghanaische Süd-Nord-Freiwillige in der NM-Geschäftsstelle, erzählt, wie er den Sport in Deutschland erlebt.
In Ghana habe ich immer gerne Volleyball gespielt. Deshalb habe ich mich sehr gefreut, als mich ein Kollege zu seinem Volleyballverein in Bremen eingeladen hat. Dort darf ich kostenlos mitspielen.
Hier habe ich zum ersten Mal in einer Halle gespielt. In meiner Heimatstadt Tatale spielen wir immer draußen. Die Halle in Bremen sieht ganz anders aus, und das Training macht dort richtig Spaß. Es ist eine Herrenmannschaft mit sehr unterschiedlichen Spielern: Manche kommen aus Deutschland, andere aus Eritrea und Albanien. Der jüngste ist 14, der älteste 78 Jahre alt, und alle trainieren zusammen. Das habe ich so noch nie erlebt. Die Leute im Team sind sehr nett zueinander und unterstützen sich gegenseitig.
Lustig fand ich, als man mir sagte, ich soll abends zum Training kommen. In Ghana kann man nach 17 Uhr nicht mehr spielen, weil es dann dunkel ist. Die meisten Volleyballfelder sind im Freien, deshalb gibt es abends kein Training. Hier spielen wir am Abend in der Halle, und das macht mir besonders viel Spaß.
Seit vier Monaten bin ich jetzt in Deutschland, und mir ist aufgefallen, wie gut der Sport hier organisiert ist. Es gibt ausgebildete Trainer und gute Sportplätze. Die Deutschen trainieren mit viel Taktik, Disziplin und Pünktlichkeit und nehmen das Training sehr ernst. In Ghana gibt es dafür überall im Land viele Talente und eine große Leidenschaft für den Sport. Oft fehlen aber das Geld und gute Plätze, damit diese Talente sich richtig entwickeln können.
