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UN-Resolution zu Sklavenhandel

Ghanaische Initiative erfolgreich

Jahrhundertelang wurden Afrikanerinnen und Afrikaner versklavt. Das sei das „schwerste Verbrechen gegen die Menschlichkeit" gewesen, erklärt die UN-Generalversammlung. Nicht alle Länder stimmten für die Resolution.

Ghanas Präsident John Mahama hatte die Resolution eingebracht, wir hatten im Newsletter darüber berichtet. Sie fordert unter anderem auch die unentgeltliche „unverzügliche und ungehinderte Rückgabe" von Kulturgütern und Kunstobjekten an die Herkunftsländer. Außerdem soll es konkrete Schritte zur Wiedergutmachung geben, darunter finanzielle Entschädigungen, Schuldenerlasse und Entwicklungshilfe. 123 Staaten in der UN-Generalversammlung stimmten zu, u.a. die USA und Argentinien stimmten gegen den Text, Deutschland enthielt sich. Die Resolution ist rechtlich nicht bindend, wird aber als historisch eingestuft.

Der Handel mit versklavten Menschen aus Afrika und deren rassistisch begründete Versklavung sei „aufgrund des tiefgreifenden Bruchs in der Weltgeschichte, ihres Ausmaßes, ihrer Dauer, ihres systemischen Charakters, ihrer Brutalität und ihrer bis heute fortwirkendes Folgen" als „schwerstes Verbrechen gegen die Menschlichkeit zu bewerten", heißt es im Resolutionstext. „Der transatlantische Sklavenhandel war ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit, das den Kern des Menschseins traf, Familien auseinanderriss und Gemeinschaften zerstörte", erklärte UN-Generalsekretär António Guterres.

US-Vertreter Dan Negrea nannte die Resolution höchst problematisch und sagte, der Staatenbund sei nicht gegründet worden, um spezifische Interessen und Agenden voranzutreiben und „internationale Nischentage zu etablieren". Außerdem begründete er die Nein-Stimme mit dem Grundsatz der Nicht-Rückwirkung von Gesetzen. Es bestehe kein Rechtsanspruch auf Wiedergutmachung für historische Ungerechtigkeiten, die zum Zeitpunkt ihres Geschehens nach internationalem Recht nicht illegal waren, so Negrea. Auch Ghanas ehemalige Kolonialmacht Großbritannien lehnt Forderungen nach Reparationszahlungen mit einer ähnlichen Begründung ab.

Vor allem zwischen dem 16. und dem 19. Jahrhundert wurden Millionen Menschen aus Afrika brutal verschleppt und als Sklaven ausgebeutet, hauptsächlich nach Nord- und Südamerika und in die Karibik. Schätzungen zufolge starben allein bei der Überfahrt mehr als zwei Millionen Menschen. Der Sklavenhandel wurde in Großbritannien 1807 verboten. In den USA wurde die Sklaverei 1865 in allen Bundesstaaten offiziell untersagt. Mit der Menschenrechtskonvention der UN wurde die Sklaverei 1948 weltweit verboten.

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