In Togo wurden die ersten Senatswahlen nach der Verfassungsänderung durchgeführt. Die Oppositionsparteien haben vehement dagegen protestiert und befürchten, dass die Macht von Präsident Gnassingbé auf Dauer zementiert wird.
In der neuen formulierten Verfassung ist die Direktwahl des Staatsoberhauptes abgeschafft und seine Rolle auf repräsentative Aufgaben beschränkt. Die bisherigen Machtbefugnisse des Präsidenten wurden auf den Präsidenten des Ministerrates übertragen, ein Posten, den Faure Gnassingbé übernommen hat. Nach der alten Verfassung wäre die Amtszeit von Gnassingbé zeitlich begrenzt gewesen, durch die Änderung ist dies umgangen worden. Er herrscht bereits seit 2005, als er nach dem Tod seines Vaters die Regierung übernommen hatte. Dieser kam durch einen Militärputsch an die Macht und regierte das Land 38 Jahre mit harter Hand. Der neue Senat besteht aus 61 Mitgliedern, von denen 41 von den Regional- und Gemeinderäten gewählt werden, die übrigen ernennt der Präsident des Ministerrates.
Oppositionsparteien und zivilgesellschaftliche Organisationen hatten schon die Verfassungsänderung als illegal bezeichnet, weil sie nicht nach den dort festgeschrieben Regelungen durchgeführt wurde. Aber die Opposition ist uneinig, es gibt aber kein gemeinsames Vorgehen – einige wie die Nationale Allianz für den Wandel (ANC) und die Demokratischen Kräfte für die Republik (FDR) boykottierten die Wahlen, weil sie die Verfassungsänderungen und die daraus folgenden Wahlen als „verfassungsmäßigen Staatsstreich“ ansehen, andere wie die Allianz der Demokraten für integrale Entwicklung (ADDI) machen mit. Somit bleibt die Position von Faure Gnassingbé und seiner Partei Union für die Republik (UNIR) stabil.
