Der Arbeitskreis Koloniale Kontinuitäten Oldenburg lädt im Februar zu zwei Veranstaltungen ein. Der Arbeitskreis schreibt:
„Kolonialismus, Pflanzen, Tiere und Landschaften: Mit Renzo Baas blicken wir - ganz wie es der Titel seines Buches von 2019 treffend fasst - auf Namibia als Raum des Verlangens und machen einen Ausflug in den literarischen Raum Namibias während des Kolonialismus, der Apartheid und des Befreiungskampfes.“ Am 5. Februar 2026 um 18 Uhr: „Taking roots in a desert. Gardens in the German colonial imagination.“ Zugeschaltet aus Accra, Ghana zu der Diskussion ist der deutsche Literatur- und Kulturwissenschaftler Renzo Baas, der sich auf postkoloniale Literstur spezialisiert hat.
Cine k, Bahnhofstr. 11, 26122 Oldenburg
Am 18. Februar 2026: Deutsche Missions- und Kolonialpädagogik in Togo und ihr Einfluss auf die einheimischen Erziehungspraktiken und sozialen Verhältnisse. Zu Gast: Sena Yawo Akakpo-Numado, Nationales Institut für Erziehungswissenschaft der Universität Lomé, Togo
Cine k um 18 Uhr.
Mit der Gründung der ersten Schule um 1850 in Aného an der sog. Sklavenküste in Westafrika entwickelte sich allmählich ein Netz von Missionsschulen. Die Eroberung der Region im Jahre 1885 durch Deutschland und die Gründung der deutschen Kolonie Togo ermöglichte die Entstehung eines Missions- und Kolonialschulsystems, das fast ausschließlich den Interessen der Kolonisation bis zum Ausbruch des ersten Weltkrieges diente. Diese deutsche Missions- und Kolonialpädagogik hat die einheimischen Erziehungspraktiken und die sozialen Strukturen maßgeblich beeinflusst. Einheimische, die diese Schulen besucht hatten, bekamen neue Arbeitsmöglichkeiten und somit eine relativ bessere soziale Stellung und einen höheren Status in der Kolonialgesellschaft. Diese komplexe Situation wurde durch das nachfolgende französische Kolonialschulsystem noch verstärkt und besteht bis heute fort.
Prof. Dr. Sena Yawo Akakpo-Numado ist seit 2006 Dozent am Nationalen Institut für Erziehungswissenschaft der Universität Lomé. Als Spezialist für vergleichende Erziehungswissenschaft befasst er sich mit Bildungspolitiken und der Entwicklung von Bildungssystemen in Entwicklungsländern, die mit einer sehr hohen Nachfrage nach Bildung, knappen finanziellen Ressourcen und einem hochdynamischen und zunehmend herausfordernden globalen Umfeld konfrontiert sind. Seit 2016 leitet er die Technische Arbeitsstelle bei den Bildungsministerien in Togo zur Durchführung des Bildungsplans und zusätzlich seit 2019 das Institut für Erziehungswissenschaft der Universität Lomé.
