Am Rande des dritten Russland-Afrika-Gipfels Ende Oktober in Moskau haben Institutionen aus Togo und Russland zwei Kooperationsabkommen und eine Absichtserklärung unterzeichnet. Vorgesehen sind unter anderem Stipendien für Studierende aus Togo und ein engerer Austausch zu Menschenrechten.
Die Vereinbarungen sind Teil einer Annäherung, die beide Regierungen gezielt vorantreiben. Im November 2025 empfing Russlands Präsident Wladimir Putin Faure Gnassingbé, der als Präsident des Ministerrats die Regierung Togos führt, im Kreml. Beide vereinbarten, Botschaften zu eröffnen und eine gemeinsame Regierungskommission einzusetzen. Bei ihrer ersten Sitzung Ende September in Lomé legte die Kommission fest, in welchen Bereichen weitere Abkommen ausgearbeitet werden sollen, darunter Handel, Energie und Verkehr. Bislang ist der wirtschaftliche Austausch gering: 2024 lag der Handel bei rund 103,7 Millionen US-Dollar, überwiegend russische Lieferungen nach Togo.
Das erste der beiden Moskauer Abkommen, mit der gemeinnützigen russischen Organisation Eurasia, betrifft humanitäre Hilfe, Bildung, Forschung und Kultur. Im Gespräch sind zudem landwirtschaftliche Ausbildungszentren. Das zweite, mit der staatlichen russischen Agentur für Auslandskultur Rossotrudnitschestwo, sieht Stipendien für Studierende aus Togo vor. Außerdem vereinbarten Togos Nationale Menschenrechtskommission und die russische Menschenrechtsbeauftragte eine engere Zusammenarbeit.
Bereits 2025 hatten beide Länder ein Militärabkommen geschlossen, das in Togo teils kritisch gesehen wird. Wie andere westafrikanische Staaten gewichtet auch Togo seine internationalen Partnerschaften neu. Ob die Bevölkerung von den neuen Vereinbarungen profitiert, muss sich zeigen.
