Mit dem Programm „Voix du Togo“ sammelt Togo seit Anfang Oktober Sprachaufnahmen und Texte in seinen Landessprachen. Daraus sollen KI-Anwendungen entstehen, die Menschen ohne Französischkenntnisse den Zugang zu Behörden, Gesundheitsversorgung und Justiz erleichtern.
Gestartet hat das auf drei Jahre angelegte Programm das Ministerium für Effizienz des öffentlichen Dienstes und digitale Transformation unter Ministerin Cina Lawson am 2. Oktober in Lomé. Über eine Online-Plattform können Bürgerinnen und Bürger Sätze einsprechen, Aufnahmen abschreiben und Texte übersetzen. Die Beiträge werden vergütet und vor der Verwendung geprüft. Unterstützt wird das Vorhaben unter anderem vom Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen (UNDP).
Die Pilotphase beginnt mit Ewe, Kabiyè und Moba. Für jede Sprache sollen 50 Stunden geprüfter Tonaufnahmen, 6.000 übersetzte Satzpaare und Beiträge von mindestens 500 Sprecher:innen zusammenkommen. Langfristig sollen rund 50 Landessprachen erfasst werden. Technischer Partner ist das Togo AI Lab, das die Plattform im September öffentlich testete. Später könnten so etwa Patientinnen und Patienten ihre Beschwerden in der eigenen Sprache schildern.
