Ostafrika treibt die Elektromobilität voran. Kenia, Tansania, Uganda, Äthiopien und Ruanda setzen klimafreundliche Maßstäbe. Das zeigt eine Studie des Berliner Thinktanks Agora Verkehrswende.
In Äthiopien dürfen seit 2024 keine neuen Autos mit Benzin- oder Dieselmotor importiert werden. Entsprechend machten in diesem Jahr Elektrofahrzeuge 60 Prozent aller Neuzulassungen aus. Kenia setzt auf Zweiräder. Die Zahl der elektrischen Motorräder und Pedelecs hat sich seit 2023 mehr als verdoppelt. Möglich wurde das durch tausend neue Batteriewechselstationen und ein wachsendes Netz an Ladepunkten. In Ruanda sind zumindest in der Hauptstadt Kigali seit 2025 keine gewerblichen Verbrenner-Motorräder erlaubt. Uganda will bis 2030 mindestens 30 Prozent Elektro-Neuzulassungen erreichen und ab 2040 nur noch emissionsfreie Fahrzeuge zulassen. Die Regierung unterstützt diese Entwicklung durch Steuererleichterungen. In Tansania sind von rund 1,5 Millionen motorisierten Fahrzeugen aktuell rund 5.000 elektrisch. Aber auch hier etablieren sich – noch ohne politische Vorgaben – zunehmend Werkstätten und Produktionsstätten für elektrisch betriebene Fahrzeuge. Politische Rahmenbedingungen werden aktuell entwickelt.
Vor allem bei den Rohstoffen für die Elektromobilität hat Tansania großes Entwicklungspotenzial. Das Land verfügt über eines der weltweit größten Graphitvorkommen, Lithium und Kobalt sind reichlich vorhanden, ebenso in Ruanda. In Äthiopien, Kenia und Uganda werden ebenfalls Vorkommen von relevanten Metallen und Seltenen Erden vermutet. Die Exploration steht noch am Anfang. Auch beim Speisen der E-Fahrzeuge mit grünem Strom, bestehen in den Ländern Ostafrikas beste Voraussetzungen. Der Anteil erneuerbarer Energien an der Stromerzeugung liegt in Uganda und Ruanda bereits bei über 50 Prozent. In Kenia beträgt der Anteil fast 90 Prozent, und in Äthiopien wird Strom zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energien gewonnen, bislang hauptsächlich aus Wasserkraft.
Die fünf ostafrikanischen Länder wollen die Elektromobilität flächendeckend etablieren und gleichzeitig ihre wirtschaftliche Unabhängigkeit stärken.
