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17.05.2021

Massive Schädigung der Fischgründe

Chinesische Trawler bedrohen ghanaische Fischer

China verfolgt mit seiner weltweit größten Fischereiflotte weitgehende Pläne rund um den Erdball – oft fernab der Grenze des Erlaubten. Nicht nur im nahegelegenen Südchinesischen Meer, für das China auch territoriale Ansprüche anmeldet, sondern auch im weiteren Pazifik, im Indischen Ozean, Atlantik und an den afrikanischen Küsten.

Hier ist die Volksrepublik nicht nur am Leerfischen der Meere im großen Stil beteiligt, es ist auch massives militärisches Bestreben festzustellen. In Ghana und in Sierra Leone ist täglich zu beobachten, dass Dutzende chinesischer Trawler in die Hoheitsgewässer eindringen. Hier dezimieren die chinesischen Fischer gerade in den Flachgewässern die Fischbestände, die für die lokalen Fischer von existentieller Bedeutung sind. Sie bedrohen damit unmittelbar die Lebensgrundlage der Küstenbewohnerinnen und -bewohner.

Die westafrikanischen Staaten, so auch Ghana, verfügen nicht über die Mittel, z.B. geeignete Marinekräfte, um die chinesischen Trawler an der Verletzung der Regeln zu hindern oder als Reaktion auf die illegalen Praktiken die Trawler an die Kette zu legen. Ein moderner chinesischer Industrietrawler fischt pro Tag rund 700 Tonnen. Ein lokales ghanaisches Fischerboot braucht für diese Menge ein halbes Jahr. Nun verlieren die lokalen Fischer ihre Fanggründe und müssen darüber hinaus auch noch den Chinesen den Fang abkaufen, um sich zu ernähren.

Laut Spyglass, einer im kanadischen Vancouver ansässigen Datenbank für Fischereiverbrechen, waren Schiffe unter chinesischer Flagge bzw. in chinesischem Besitz von 2010 bis 2019 für 21 Prozent der weltweiten Fischereiverstöße verantwortlich. Global Initiative, eine schweizerische Überwachungsorganisation für transnationale Kriminalität, setzte China auf Platz eins im Ranking der illegalen Fischerei. Chinas Außenministerium bestreitet alle Vorwürfe.

Eingebettet ist dies in die globale chinesische Strategie, eine Weltmachtposition einzunehmen und ein weltweites Netz von Stützpunkten zu errichten. Dies treibt China auch mit wirtschaftlichen Mitteln voran. So ist festzustellen, dass gerade in afrikanischen Ländern den Regierungen z.B. günstige Infrastrukturprojekte angeboten werden, wie das auch in Ghana schon geschehen ist (so soll die Bahnlinie Accra-Kumasi durch chinesische Firmen neu aufgebaut werden). Die betroffenen Länder profitieren nur in geringem Maße davon. Die chinesischen Firmen bringen ihre eigenen Arbeiter mit, einheimische Kräfte werden kaum eingesetzt.

Dazu kommt, dass die notwendigen Kredite eine zunehmende Abhängigkeit von China schaffen. Für die Regierungen ist das zunächst attraktiv, zumal China keine lästigen Fragen nach Menschenrechtsverletzungen oder demokratischen Reformen stellt. Im Folgenden wird der Einfluss Chinas und die Abhängigkeit der Länder immer größer, und sie sehen sich weiterem chinesischen Druck ausgesetzt.

In mehreren afrikanischen Ländern hat sich China umfangreiche Hafenrechte gesichert und positioniert dort auch Kriegsschiffe und Soldaten (in Djibuti sind mittlerweile 5000 chinesische Soldaten stationiert).

Die Not der ghanaischen und der anderen westafrikanischen Fischer wächst unterdessen immer weiter, ohne dass ihre Regierungen ihnen helfen können.

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