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11.09.2017

Togos Kirchen mahnen politische Reformen an

Generalsekretär der Norddeutschen Mission von Afrika-Reise zurück

Vor drei Wochen, am 19. August, gingen in vier großen Städten Togos tausende Demonstranten auf die Straße und forderten die Rückkehr zur Verfassung von 1992 und das Wahlrecht für die im Ausland lebenden Togoerinnen und Togoer. Das Ziel dieser von der bislang weitestgehend unbekannten Oppositionspartei PNP (Parti National Panafricain) initiierten Proteste sind faire und transparente Wahlbedingungen für die Parlamentswahlen 2018 und eine Begrenzung der Mandate bei den Präsidentschaftswahlen 2020. Die Demonstrationen sind von den Ordnungskräften in Togo unter Anwendung erheblicher Gewalt unterbunden worden. Dabei wurden in Sokodé zwei Demonstranten erschossen. Die Evangelisch-presbyterianische Kirche (EEPT) und die Methodistische Kirche in Togo haben in der darauf folgenden Woche in einem Hirtenbrief die beteiligten staatlichen Kräfte wie auch die Anhänger der Opposition zur Vernunft und Gewaltfreiheit aufgerufen. Auf keinen Fall dürften in dieser Situation Stimmen der Rache oder ethnische Erwägungen die Oberhand gewinnen. Die berechtigten Erwartungen des Volkes sollten bei den staatlichen Autoritäten Gehör finden. NM-Generalsekretär Hannes Menke, der diese Woche von einer Reise nach Togo zurück gekommen ist: „Bei meinen Gesprächen, die ich in Lomé mit unterschiedlichen Gesprächspartnern führte, war auf der einen Seite die Überraschung über die Demonstrationen und die Befürchtung weiterer repressiver Gewalt, aber andererseits auch die Hoffnung auf eine friedliche und demokratische Entwicklung herauszuhören.“Für  den 30. und 31. 8. geplante Demonstrationen der Oppositionsparteien, die sich zu einem Aktionsbündnis zusammengeschlossen haben, wurden zunächst verschoben, um keine Konfrontation zu riskieren mit den Anhängern der Regierungspartei UNIR, die ebenfalls für diese Tage Demonstrationen angekündigt hatte. Über diese nach Augenzeugenberichten sehr zahlreichen Demonstrationen wurde ausführlich im staatlichen Fernsehen berichtet.
 Hannes Menke: „Am gestrigen 6. September fanden nun die mit Spannung erwarteten Demonstrationen in zehn Präfekturstädten des Landes statt. Beunruhigend war, dass ab vormittags das lokale und mobile Internet im ganzen Land abgeschaltet wurde. Trotzdem erreichten uns schon gegen Nachmittag die ersten Berichte von Demonstrationen noch nie dagewesenen Ausmaßes - Schätzungen bewegen sich zwischen 100.000 und 1.000.000 Teilnehmende -, die laut Amnesty International durchgehend friedlich verlaufen sind.“ Auch in zahlreichen Städten im Ausland, so auch in Bremen, organisierten Exiltogoer Demonstrationen. Auch wenn das Regime am Vorabend der Demonstrationen vage Reformen in Aussicht gestellt hat, bleibt der Wille für einen Politikwechsel ungebrochen: Auch am heutigen Donnerstag, den 7. 9. finden wieder zahlreiche große Demonstrationen statt. Die politische Situation in Togo scheint sich also in einem Veränderungsprozess zu befinden und es lohnt sich die weitere Entwicklung genau zu beobachten.


Bremen, den 7. 9. 2017

Hannes Menke
 

Den Hirtenbrief im Original auf Französisch finden Sie hier:

Die deutsche Übersetzung des Hirtenbriefes finden Sie hier:

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