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Wachtel- und Kaninchenzucht in Kpando KP 2053/Ghana

Geflügelzucht lohnt sich nicht mehr in Ghana, da die Preise infolge der Importe zusammengebrochen sind.

Die einheimische Geflügelwirtschaft ist in Ghana in den letzten Jahrzehnten fast komplett zusammengebrochen. Schuld sind die Geflügelfleischimporte vor allem aus Brasilien, den USA und der Europäischen Union. Dort werden fast ausschließlich Geflügelbrust und – schenkel konsumiert, alle anderen Teile sind quasi unverkäuflich und müssten von den Produzenten vernichtet werden, was wiederum mit Kosten verbunden ist. Da ist es doch "einfacher", das was bei uns Abfall ist, auf den afrikanischen Märkten weit unter den Produktionskosten zu verkaufen.

Dies war eine fatale Entwicklung für die ghanaischen Geflügelbauern. Weil das Fleisch aus Europa billiger ist, bleiben sie auf ihrem Geflügel sitzen.  Die Produktionspreise für lokales Geflügel übertreffen die Preise für das Importfleisch um das Doppelte. In den 1990er Jahren hat Ghana noch rund 80 Prozent seines Geflügelbedarfs selbst decken können, heute liegt der Marktanteil der ghanaischen Bäuerinnen und Bauern am Geflügelmarkt nur noch bei 10%. Nach Angaben des ghanaischen Landwirtschaftsministeriums haben sich die Geflügelfleischimporte seit 2015 mehr als verdoppelt. 135.000 Tonnen Geflügel kamen allein im Jahr 2017 von Konzernen aus der EU.

Auch die Geflügelzüchter in Kpando, einer Provinzstadt am Ostufer des Volta-Stausees, leiden unter dieser Entwicklung. Die lokalen Märkte sind überschwemmt mit importiertem Tiefkühlgeflügel. Eine gemischte Gruppe von acht Männern und Frauen hat sich gemeinsam eine Alternative überlegt. In Ghana sind Wachteln sowohl wegen ihrer Eier als auch wegen ihres Fleisches eine Delikatesse. In der Stadt gibt es mehrere Hotels mit guten Restaurants. Deshalb gibt es eine große Nachfrage nach Wachteleiern und –fleisch. Wachteln werden aber auf den lokalen Märkten nicht angeboten. Dies möchte die Gruppe nutzen und eine Wachtelzucht aufbauen. Um das Risiko durch Verluste durch Geflügelkrankheiten auszugleichen, sollen zudem Kaninchen gehalten werden. Für den Kauf von Küken, Jungtieren, Käfigen und Ställen benötigt die Gruppe jedoch unsere Hilfe.

Auf einen Blick:

Projekt: Aufbau einer Wachtel- und Kaninchenzucht
Ort/Region: Kpando/Western Presbytery
Durchführung: Gemischte Gruppe der Evangelischen Gemeinde
Kostenübersicht:
Geflügelkäfige: EUR 440,-
Kaninchenställe: EUR 220,-
Inkubator: EUR 200,-
Küken, Jungtiere: EUR 160,-
Futter: 240,-
Projektdurchführung und –begleitung: EUR 290,-
Gesamt: EUR 1.550,-

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