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Toiletten für Dalave KP 2023/Togo

Bei dieser neu gebauten Toilettenanlage fehlen noch die Türen, die Entlüftungsrohre sind aber schon installiert.

Gemäß einem am Welttoilettentag von WaterAid veröffentlichten Bericht sind die Schulen und Häuser in den afrikanischen Ländern mit sauberen und hygienischen Toiletten am schlechtesten ausgestattet. Etwa 23% der Menschen in Subsahara-Afrika haben keinerlei Zugang zu Toiletten, während 31% Toiletten benutzen, die nicht an ein Sanitärsystem angeschlossen sind. Das bedeutet, dass mehr als die Hälfte der Menschen in Afrika südlich der Sahara ohne angemessene sanitäre Einrichtungen leben - das sind etwa 570 Millionen Menschen.

Es wird geschätzt, dass weltweit jeden Tag 5000 Kinder an Durchfallerkrankungen sterben, die durch eine schlechte sanitäre Versorgung entstanden sind. Durchfall ist die zweithäufigste Todesursache von Kindern, nur übertroffen von Lungenentzündungen. Weltweit sterben jährlich rund 1,5 Millionen Menschen aufgrund von Hygienemängeln.

Neben den humanitären Auswirkungen gibt es durch mangelnde Hygiene auch wirtschaftliche Folgen: Die UNO schätzt, dass die Behandlung von Durchfallerkrankungen im Süden Afrikas rund zwölf Prozent der nationalen Ausgaben für die Gesundheit ausmachen. Die Hälfte der Betten in den Krankenhäusern wird von Menschen belegt, die bei besserer Sanitärversorgung nicht erkrankt wären. Neben den Behandlungskosten belastet auch die wegfallende Arbeitsleistung die Wirtschaft. Schätzungen zufolge verlieren Länder bis zu fünf Prozent ihres jährlichen Bruttosozialprodukts aufgrund unzureichender sanitärer Anlagen.

Ein Grund für die fehlenden Toiletten ist die weit verbreitete Armut. Die Menschen haben nicht das Geld, um Toiletten zu bauen. Hinzu kommt aber auch die fehlende Wasserversorgung. In den Dörfern auf dem Land gibt es keine Wasserleitungen. Das Trinkwasser muss aus Brunnen geschöpft oder mühsam über weite Entfernungen aus Bächen geholt werden. Toiletten mit Wasserspülung sind dort nicht realisierbar.

Eine Alternative ist das VIP – System (Ventilated Improved Pit). Das Prinzip dieser Latrine basiert auf der Nutzung natürlicher Luftströmungen. Eine Grube wird mit einer Betonplatte abgedeckt, in der Öffnungen für den Toilettensitz und für die Entlüftung eingelassen sind. Die Entlüftung geschieht über ein langes PVC-Ventilationsrohr, das außen an der Latrinenwand verankert wird und bis über das Dach hinausreicht: Das Rohr erwärmt sich schnell durch die Sonneneinstrahlung. Die warme Luft steigt nach oben und die in der Grube entstehenden Gase entweichen, so dass sauber gehaltene Latrinen in der Regel geruchsfrei sind. Außerdem werden Fliegen, die in die Grube gelangen, durch das ins Rohr einfallende Licht angezogen und gelangen durch den Luftzug nach draußen.

Dieses VIP – System soll auch im Heilungszentrum in Dalave (s. S. 8) eingesetzt werden. In diesem Zentrum der Evangelischen Kirche erhalten Menschen spirituelle und psychologische Hilfe. Bislang fehlt jedoch eine ausreichende Zahl an Toiletten. Deshalb ist geplant, ein Toilettengebäude mit fünf Kabinen zu bauen. Die Einnahmen des Zentrums reichen jedoch nicht für den Kauf der benötigten Baumaterialien aus.

Auf einen Blick:

Projekt: Verbesserung der Hygiene am Heilungszentrum von Dalave durch den Bau von Toiletten.
Ort/Region: Dalave/Région du Sud Maritime
Durchführung: Projektkomitee aus Vertretern des Heilungszentrums Dalave und der Evangelischen Kirche.
Kostenübersicht:
Senkgruben und Fundament: EUR 1.800,-
Mauerwerk: EUR 2.100,-
Dächer und PVC-Rohre: EUR 550,-
Projektdurchführung und –begleitung: EUR 445,-
Gesamt: EUR 4895,-