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Reisanbau in Atwereboana KP 2054/Ghana

Mit einer solchen Mühle soll der Reis geschält werden, um auf den Märkten höhere Preise zu erzielen.

Kein anderes Grundnahrungsmittel wird weltweit mehr konsumiert als Reis. Insbesondere die asiatischen Länder sind die größten Reisproduzenten und –konsumenten. Auf unserem Globus werden insgesamt 741 Millionen Tonnen Reis produziert, davon kommen 93% aus zehn Ländern, von denen Brasilien das einzige Land ist, das nicht im asiatischen Raum liegt.

Reis wird aber auch in Afrika angebaut. Von den 54 afrikanischen Ländern produzieren 40 Länder Reis. Er ist inzwischen nach dem Mais zum zweitwichtigsten Grundnahrungsmittel geworden, denn Reis ist gut lagerfähig und relativ einfach und schnell zuzubereiten. Die Veränderungen im Konsumverhalten und die erhöhte Nachfrage nach Reis führten dazu, dass Afrika sich nicht mehr mit Reis selbstversorgen kann, nur 60% werden lokal produziert, 40% müssen importiert werden.

Die hohe Produktion und der Konsum dieses Grundnahrungsmittels in den asiatischen Ländern bei gleichzeitiger Importabhängigkeit der afrikanischen Länder beinhalten ein hohes Risiko, gerade für die ärmeren Menschen. Die asiatischen Länder produzieren hauptsächlich für den eigenen Markt. Nur ein relativ kleiner Teil davon wird weltweit vermarktet. Die Höhe der Reisproduktion hängt jedoch stark von natürlichen und insbesondere von den klimatischen Bedingungen in den Produzentenländern ab. Ungewöhnliche Wetterereignisse in den Anbauländern lassen die Höhe der Erträge schwanken.

Gerade unter dem Einfluss des Klimawandels kommt es vermehrt zu extremen Trockenperioden, Überschwemmungen oder Unwettern. Geschieht dies im asiatischen Raum, führen auch geringe Produktionseinbußen bei der gewaltigen Nachfrage in Asien zu einer Verknappung von Reis auf dem Weltmarkt und damit auch zu einer Steigerung der Preise. Schätzungen besagen, dass ein fünf Prozent geringeres Angebot von Reis auf den Märkten der afrikanischen Staaten den Preis bis zu 17% in die Höhe treibt. Gerade in den Ländern, in denen viele Menschen weniger als umgerechnet zwei US-Dollar am Tag zum Leben haben, führt ein solcher Preisanstieg unweigerlich zu Hungersnöten. Die Stärkung der einheimischen Reis-Produktion ist deshalb gerade für die ärmeren Länder wichtig, um von Importen unabhängig zu werden.

In diese Problematik reiht sich auch das Projekt in Atwereboana ein. In diesem Dorf in Zentralghana, nahe der zweitgrößten Stadt des Landes, Kumasi, gibt es eine aktive Evangelische Gemeinde. 13 Männer und Frauen der Gemeinde haben eine Initiative gegründet, um etwas gegen ihre Armut zu tun. Aufgrund der hohen Nachfrage möchten sie Reis anbauen. Dazu sollen vier Hektar Land gerodet und mit Reis bepflanzt werden. Zudem ist der Kauf einer Reismühle geplant, um die Ernte vor Ort selbst zu schälen und damit beim Verkauf höhere Preise zu erzielen. Die Mitglieder der Gruppe werden mit ihrer Arbeitsleistung zum Projekt beitragen, die Kosten für die Mühle und die benötigten Materialien können sie jedoch nicht selbst aufbringen.

Auf einen Blick:

Projekt: Reisanbau, Verarbeitung und Vermarktung
Ort/Region: Atwereboana/Ashanti Presbytery
Durchführung: Projektkomitee der Evangelischen Gemeinde
Kostenübersicht:
Reismühle: EUR 1.700,-
Werkzeuge und Ausrüstung: EUR 270,-
Düngemittel: EUR 310,-
Netze zum Schutz vor Vögeln: 370,-
Projektdurchführung und –begleitung: EUR 610,-
Gesamt: EUR 3.260,-