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Makramee-Ausbildung in Lomé-Sanguera KP 2022/Togo

Fehlende Müllentsorgungssysteme und die zunehmende Verwendung von Einweg-Plastik führt in Afrika zur Vermüllung vieler Ortschaften.

Die dramatische Verschmutzung der Meere und zunehmende Müllberge:
Das weltweite Müllproblem rückt immer mehr in den Focus der Öffentlichkeit. Einwegplastik spielt dabei eine besonders große Rolle. Acht Millionen Tonnen Plastikmüll landen jedes Jahr in unseren Meeren.

Die Umweltorganisation Ocean Conservancy hat errechnet, dass in jeder Minute die Menge Plastik ins Meer gelangt, die ein Müllfahrzeug fasst. Prognosen besagen, dass im Jahr 2050 mehr Plastik in den Weltmeeren schwimmen wird als Fisch.

Anfang 2019 hat das EU-Parlament eine Richtlinie beschlossen, durch die ab 2021 Plastik-Geschirr, Plastik-Besteck, Trinkhalme und Watte-Stäbchen verboten werden sollen. Dies ist sicherlich ein Schritt in die richtige Richtung. Allerdings stammt der Großteil des Plastiks in den Weltmeeren nicht aus Europa, wo immer mehr Kunststoffe recycelt werden, sondern aus Asien und auch aus Afrika. In einer Studie wurde festgestellt, dass der Müll nicht direkt in die Meere gekippt, sondern vor allem durch die Flüsse eingetragen wird. Da es in Afrika kaum Müllentsorgungssysteme wie bei uns gibt, landet ein großer Teil des Abfalls in einem der zahlreichen kleinen Bäche, die auf dem Weg zum nächsten Fluss wie ein Förderband immer mehr Abfall einsammeln.

Aber auch in Afrika wächst das Umweltbewusstsein und das Wissen um die Müllproblematik. In Ruanda und Kenia sind Plastiktüten inzwischen komplett verboten. In vielen anderen Ländern gründen sich vermehrt Umweltinitiativen, die mit einer Vielzahl von Projekten Müll vermeiden möchten.

Auch die Evangelische Kirche in Togo möchte dazu beitragen. Eine Idee ist die Verwendung von wiederverwendbaren Taschen anstelle der Nutzung von Plastiktüten. Geplant ist, in Lomé, der Hauptstadt von Togo, ein entsprechendes Ausbildungsprogramm anzubieten. In der Evangelischen Gemeinde Sanguera sollen 50 Frauen und Jugendliche die Makramee-Technik erlernen und die von ihnen produzierten Taschen auf den lokalen Märkten verkaufen. Arbeitslosigkeit und Armut sind weit verbreitet, deshalb wird das Einkommen aus der Herstellung und dem Verkauf der Taschen wesentlich zum Unterhalt der Familien beitragen. Für den Kauf der Materialien fehlt der Gemeinde jedoch das Startkapital von EUR 2.360,-.

Auf einen Blick:

Projekt: Müllvermeidung sowie Arbeit und Einkommen durch die Herstellung von Makramee-Taschen
Ort/Region: Lomé-Sanguera/Région Sud Maritime
Durchführung: Gemeinderat der Evangelischen Gemeinde
Kostenübersicht:
Seile: EUR 1.070,-
Holz (für die Griffe): EUR 765,-
Ausbildung, Ausrüstung: EUR 310,-
Projektdurchführung und –begleitung: EUR 215,-
Gesamt: 2.360,-