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Reis-Anbau der Jugendlichen in Akatsi KP 1951/Ghana

Auf den Märkten herrscht eine große Nachfrage nach Reis.

Reis gehört zu den wichtigsten Grundnahrungsmitteln weltweit. Beim Anbau und Verbrauch liegen die asiatischen Länder jedoch weit vorn. Von den weltweit über 741 Millionen Tonnen Reis werden 93,6% in den Ländern der zehn größten Reisproduzenten geerntet, unter denen Brasilien das einzige nichtasiatische Land ist.

Doch auch in Afrika spielt der Reis für die Ernährung der Bevölkerung eine große Rolle. Reis ist nach Mais der zweitwichtigste Kalorienlieferant für die Bevölkerung in Subsahara-Afrika. In 40 von 54 afrikanischen Ländern wird Reis von rund 35 Millionen Kleinbauern angebaut. Die Reisproduktion in Afrika reicht jedoch bei weitem nicht aus. Nur 60% der Nachfrage werden lokal produziert. 40% des Bedarfs muss importiert werden, damit ist Afrika der weltweit größte Reisimporteur.

Diese Importabhängigkeit birgt jedoch sehr hohe Risiken, insbesondere für die ärmeren Menschen. Denn die asiatischen Länder produzieren den Reis hauptsächlich für den eigenen Markt. Was nicht selbst verbraucht wird, wird auf dem Weltmarkt angeboten. Die Höhe der Reis-Erträge hängt jedoch stark von den klimatischen Bedingungen in der Anbauregion ab. Gerade in Zeiten des Klimawandels leiden große Regionen unter ungewöhnlichem Wassermangel, extremer Trockenheit oder Unwettern. Sinkt durch derartige Vorkommnisse in Asien die dortige Produktion, sinkt auch das Angebot auf dem Weltmarkt. In der Folge steigen die Reispreise enorm an. Bereits fünf Prozent weniger Reis auf dem Markt eines afrikanischen Staates könnten den Preis dort bis zu 17% in die Höhe treiben. In Ländern, in denen viele Menschen weniger als umgerechnet zwei US-Dollar am Tag zum Leben haben, führt ein solcher Preisanstieg unweigerlich zu Hungersnöten.

Aus diesem Grund ist die Stärkung der einheimischen Reis-Produktion gerade für die ärmeren Länder unumgänglich. Ein Schritt in diese Richtung ist auch das Reisanbau-Projekt der Jugendlichen in Akatsi. Das Dorf liegt im Süden Ghanas, einer Region, die aufgrund der klimatischen Bedingungen und der Bodenverhältnisse für den Anbau von Reis sehr gut geeignet ist. In dem ländlichen Gebiet gibt es insbesondere für Jugendliche kaum Arbeit. Deshalb haben zehn junge Frauen und Männer der Evangelischen Gemeinde den Beschluss gefasst, gemeinsam Reis anzubauen. 10 Hektar Land werden ihnen von der Gemeinde zur Verfügung gestellt. Für das Saatgut und die Gartengeräte fehlen ihnen jedoch die Mittel.

Auf einen Blick:

Projekt: Arbeit und Einkommen für Jugendliche durch den Anbau und Verkauf von Reis
Ort/Region: Akatsi/Southern Presbytery
Durchführung: Jugendgruppe mit 10 Mitgliedern
Kostenübersicht:
Rodung und Bestellung von 10 Hektar Land: EUR 1.500,-
Saatgut und Gartengeräte etc.: EUR 1.335,-
Ausbildung: 160,-
Projektdurchführung und –begleitung: EUR 315,-
Gesamt: EUR 3.310,-