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Perlhuhn-Zucht in Toni KP 1920/Togo

Um der Mittagshitze zu entgehen, drängen sich die Perlhühner in den Schatten der Hütte.

Jacob Koussandja ist Katechist in dem Dorf Toni. Hier betreut er die kleine Evangelische Gemeinde, mit seinem Motorrad fährt er aber auch in die Nachbardörfer und kümmert sich um die dortigen Gemeinden. Toni liegt in der Region Guerinkouka, einem abgelegenen und benachteiligten Gebiet im Norden Togos. Armut ist hier weit verbreitet, denn die meisten Menschen leben von der Landwirtschaft, die aufgrund des heißen und trockenen Klimas wenig abwirft.

Auch Jacob Koussandja baut Mais, Hirse und Bohnen an, um seinen Lebensunterhalt zu bestreiten. Da dies jedoch zur Ernährung seiner Familie nicht ausreicht, entwickelte er einen Plan: Er möchte Perlhühner züchten. Perlhühner sind an die heißen Temperaturen angepasst und anspruchslos. Allerdings ist die Lebensweise der Vögel für die gezielte Zucht problematisch. Perlhühner sind tagaktiv, laufen frei herum, um Futter zu suchen; nachts kommen sie zurück in einen kleinen Stall, den Jacob Koussandja für sie gebaut hat. Ihre Eier legen sie in kleine Mulden auf freien Grasflächen. Um sie zu schützen, laufen die Hennen nie zielgerichtet, sondern immer mit vielen Umwegen zu ihrem Gelege. Um die Eier zu finden, wendet Jacob Koussandja einen Trick an. Er lässt die Hühner erst gegen Mittag aus der Hütte, meist laufen sie dann aufgeregt direkt zu dem Gelege, und er kann die Eier dort aufsammeln.

Gerade in der Trockenzeit finden die Tiere kaum Futter, auch hier wendet er eine besondere Methode an. In der Gegend gibt es viele Termitenhügel. Die Tiere sind ein ideales Futter für Perlhühner, sie leben allerdings versteckt im Boden. Jacob Koussandja gräbt deshalb an einem Termitenhügel den Boden auf, füllt einen Eimer mit dem Boden, der voller Termiten ist, und steckt einen Zweig mit ein paar Blättern hinein. Wenn er dann mit dem Zweig den Boden aufwühlt, kommen die Termiten an die Oberfläche. Die Perlhühner werden durch die Blätter angelockt, finden die Termiten und fressen sie.

Die Methode funktioniert sehr gut, und Jacob Koussandja möchte nun mit einer Selbsthilfegruppe aus dem Dorf die Hühnerzucht ausweiten. Dazu sollen ein größerer Stall gebaut und mehr Perlhühner gekauft werden. Der Gruppe fehlt jedoch das Startkapital. Deshalb hat sie uns um Unterstützung gebeten.

Auf einen Blick:

Projekt: Armutsbekämpfung, Schaffung von Arbeitsplätzen und Verbesserung der Ernährung durch den Aufbau einer Perlhuhn-Zucht
Ort/Region: Toni/Région Centrale
Durchführung:Selbsthilfegruppe der Evangelischen Gemeinde in Toni
Kostenübersicht:
Baumaterialien, Dachbleche: EUR 3.600,-
Transport und Arbeitslöhne: EUR 380,-
500 Perlhühner: EUR 610,-
Projektdurchführung und –begleitung: EUR 460,-
Gesamt: EUR 5.050,-