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Hilfe für Kranke im Krankenhaus von Lomé KP 1923/Togo

Das Krankenhaus ist häufig überfüllt. Dann liegen Kranke ohne Matratzen auf den Gängen.

Noch immer fallen zu viele Menschen der Tuberkulose (TB) zum Opfer. Die Lungenerkrankung gehört weltweit nach HIV/Aids zu den häufigsten Todesursachen bei Infektionskrankheiten von Erwachsenen. Die Weltgesundheitsorganisation WHO schätzt, dass pro Jahr über 2,1 Millionen Menschen an TB sterben.

Die Infektion wird durch verschiedene Mykobakterien ausgelöst und per Tröpfcheninfektion übertragen. Besonders anfällig sind Menschen mit einem geschwächten Immunsystem. Deshalb ist die Tuberkulose auch unter HIV-Infizierten weit verbreitet. Etwa 13 Prozent der Menschen, die an Tuberkulose erkranken, sind mit dem HI-Virus infiziert. Schätzungen besagen, dass TB die Todesursache bei einem Drittel der Menschen ist, die in Folge einer HIV-Infektion sterben.

Tuberkulose ist jedoch heilbar. Zur Behandlung muss eine Kombination verschiedener Antibiotika über einen Zeitraum von mindestens einem halben Jahr eingenommen werden. Das bedeutet, dass die Behandlung langwierig und teuer ist. In Togo gibt es keine allgemeine Krankenversicherung. Wer zum Arzt geht oder sich in einem Krankenhaus behandeln lässt, muss alle Kosten selbst tragen. Meist kümmern sich die Familien um die Kranken. Sie helfen, die Rechnungen zu bezahlen und versorgen die stationär aufgenommenen Verwandten mit Nahrungsmitteln. Die meisten Krankenhäuser verfügen deshalb nicht über eine eigene Küche, sondern stellen lediglich Kochgelegenheiten für die Angehörigen bereit, die dort das Essen für die Kranken zubereiten.

Am CHU (Central Hospitalier Universitaire), dem größten Krankenhaus Togos, arbeitet Abra Efako Ako als Diakonin und betreut seelsorgerisch die Kranken (s. S. 6). Bei ihrer Arbeit ist sie auf ein besonderes Problem gestoßen: Die Stigmatisierung von Menschen, die mit ansteckenden Krankheiten infiziert sind. Dies betrifft insbesondere Fälle von Tuberkulose oder HIV/Aids. Die Kranken werden gemieden und sich selbst überlassen. Dies ist auch innerhalb von Familien so, die dann ihre Angehörigen nicht mehr mit Nahrung versorgen und nichts zu den Kosten der Medikamente beisteuern. Seit vier Jahren bekommt Abra Ako eine Unterstützung für ihre Arbeit durch Spenden an die Norddeutsche Mission. Nun sind die Mittel aufgebraucht. Außerdem hat sie ihre Hilfe auch auf andere Abteilungen des Krankenhauses ausgeweitet, denn der zunehmende Verfall der afrikanischen Großfamilie führt dazu, dass immer mehr Kranke allein gelassen und auf sich selbst gestellt sind. Deshalb hat Abra Ako dringend darum gebeten, sie weiterhin zu unterstützen, damit sie diesen von allen verlassenen Menschen mit Nahrung und Medikamenten helfen kann.

Auf einen Blick:

Projekt: Sozialfonds zur Unterstützung von Kranken
Ort/Region: Lomé/Région Sud Maritime
Durchführung: Krankenhausseelsorgerin der EEPT
Kostenübersicht:
Nahrungsmittelhilfe: EUR 2.290,-
Medikamente: EUR 1.530,-
Krankenbetreuung: EUR 760,-
Projektdurchführung und –begleitung: EUR 230,-
Gesamt: EUR 4.810,-