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Geflügelzucht in Tegbi KP 1953/Ghana

Viele Bauern und Bäuerinnen haben wieder mit der Geflügelzucht begonnen.

Wer heute in Deutschland in einen Supermarkt geht und nach Geflügelfleisch sucht, findet in den Kühltruhen nur die besten Teile der Tiere, nämlich die Brust, Schenkel und Flügel. Diese werden von den Konsumenten bevorzugt, der Rest ist in Europa unverkäuflich.

Die Geflügelreste müssten eigentlich als Abfall kostenpflichtig entsorgt werden. Um doch noch einen Profit herauszuschlagen, exportieren viele Geflügelproduzenten die gefrorenen Reste nach Afrika, um sie dort zu Dumpingpreisen auf den lokalen Märkten zu verkaufen. In den letzten Jahren sind die Geflügelfleischexporte aus Europa nach Afrika ständig gestiegen. Sie betrugen Ende 2016 fast 700 Millionen Kilogramm. Das Fleisch wird für durchschnittlich EUR 0,75 pro Kilogramm verkauft, weit unter den Produktionskosten der lokalen Kleinbauern von rund EUR 1,80. Die wirtschaftlichen Folgen der billigen Geflügelfleischimporte waren verheerend, tausende Kleinmästerinnen und Kleinmäster verloren ihre Existenz. In Ghana mussten neun von zehn Hühnerfarmern ihren Betrieb bereits aufgeben.

Ein weiterer Aspekt ist die fehlende Kühlkette in vielen afrikanischen Ländern. Das Fleisch erreicht gefroren die Häfen. Doch es dauert bislang lange, bis es auf den lokalen Märkten ohne Kühlung in der tropischen Hitze angeboten wird. Was dies für die Gesundheit der Bevölkerung bedeutet, liegt auf der Hand.

In Ghana hat sich das zum Glück herumgesprochen. Immer mehr Menschen wissen, dass das Fleisch aus Europa von minderer Qualität ist und sogar gesundheitsschädlich sein kann. Die Nachfrage nach lokal produziertem Geflügel hat in letzter Zeit wieder zugenommen, und es gibt immer mehr Kleinbauern, die mit der Geflügelzucht begonnen haben. Dies ist auch die Idee der Gruppe von zwölf Frauen und Männern in der Evangelischen Gemeinde in Tegbi. Das Dorf liegt ganz im Süden Ghanas auf der nur 1,3 Kilometer breiten, aber über 30 Kilometer langen Landzunge, die den Atlantik von der Keta-Lagune trennt. Armut im Dorf ist weit verbreitet. Die Menschen leben von der Landwirtschaft, doch durch die Meereserosion sind viele Felder im Meer versunken, und weitere Flächen gibt es nicht. Um die Lebenssituation ihrer Familien zu verbessern, möchten die Mitglieder der Gruppe nun eine Geflügelzucht aufbauen. EUR 2.815,- fehlen für ihr Vorhaben.

Auf einen Blick:

Projekt: Schaffung von Arbeitsplätzen und Einkommen durch den Aufbau einer Geflügelzucht
Ort/Region: Tegbi/Southern Presbytery
Durchführung: Gemischte Gruppe mit 12 Mitgliedern
Kostenübersicht:
Kauf von 250 Küken: EUR 290,-
Bau eines Hühnerstalls: EUR 1.530,-
Futter und veterinärmedizinische Betreuung: EUR 590,-
Ausbildung: EUR 135,-
Projektdurchführung und –begleitung: EUR 270,-
Gesamt: EUR 2.815,-