Sie befinden sich hier: Startseite   >   Projekte  >   Projekte 2017  >   Ernährungssicherung in Tsiviepe

Ernährungssicherung in Tsiviepe KP (1720)

Zur Erntezeit herrscht ein Überangebot an Yams, und die Preise fallen.

Tsiviepe ist ein kleines Dorf wie viele andere im Land. Die Menschen leben überwiegend von der Landwirtschaft. Sie bauen Mais, Bohnen und Yams – eine Knollenfrucht – während der Regenzeit an. Der Verdienst aus dem Verkauf bringt gerade so viel, dass die Familien überleben können. Die Abhängigkeit von der Landwirtschaft stellt die Bevölkerung jedoch vor ein großes Problem.

In Togo herrscht ein tropisches Klima, das von Trocken- und Regenzeiten geprägt ist. Während der Trockenzeit fällt kein Niederschlag, weshalb der Anbau von Feldfrüchten nur in der Regenzeit möglich ist. Dies bedeutet, dass zu Beginn der Regenzeit die Felder bestellt werden und kurz nach Beginn der Trockenzeit geerntet wird.

Die Landwirtschaft ist für die meisten Familien die einzige Einkommensquelle. Während des Jahres müssen sie von dem leben, was der Verkauf ihrer Ernte im Vorjahr erbracht hat. Deshalb sind zur Erntezeit die Rücklagen bei vielen aufgebraucht. Sie müssen dringend ihre Produkte verkaufen, um die nötigsten Ausgaben tätigen zu können. Zudem fehlt vielen eine Lagermöglichkeit, wo sie die Nahrungsmittel sicher vor Schädlingen einlagern und so Verluste vermeiden können. Durch das Überangebot auf den Märkten sind in dieser Zeit die Preise drastisch gesunken, und die Bäuerinnen und Bauern erzielen nur noch wenig für ihre Ernte.

Viele Großhändler nutzen dies aus und kaufen zur Erntezeit die landwirtschaftlichen Produkte billig auf, um sie dann später zu überteuerten Preisen mit hohem Gewinn wieder zu verkaufen. Eine Lösung dieses Problems wäre die Schaffung von Lagermöglichkeiten und der Aufkauf und der spätere Verkauf der Nahrungsmittel zu fairen Preisen. So könnte die Versorgung des Dorfs mit Nahrungsmitteln über das ganze Jahr sichergestellt werden.

Genau hier setzt das Projekt der Frauengruppe in Tsiviepe an. Zehn Frauen der Evangelischen Gemeinde haben die Initiative ergriffen und mit einem Ernährungssicherungsprojekt begonnen. Sie haben den Entwicklungskoordinator der Evangelischen Kirche gebeten, Kurse im Dorf zu organisieren, in denen sie das notwendige Wissen für ihr Projekt wie zum Beispiel Buchhaltung vermittelt bekommen. Danach möchten sie einen Lagerraum anmieten, Mais, Bohnen und das geröstete Yams-Mehl Gari aufkaufen und später wieder verkaufen. Der kleine Gewinn wird die laufenden Kosten decken und zum Lebensunterhalt ihrer Familien beitragen. Da ihnen jedoch das Startkapital für ihr Projekt fehlt, haben die Frauen uns um Unterstützung gebeten.

Auf einen Blick:

Projekt: Ernährungssicherung und Bekämpfung von Armut und Arbeitslosigkeit durch ein Grainbanking-Projekt
Ort/Region: Tsiviepe/Région Sud-Maritime
Durchführung:Frauengruppe der Evangelischen Gemeinde
Kostenübersicht:
Ausrüstung und Werkzeuge: EUR 300,-
Miete des Lagerraums für das erste Jahr: EUR 250,-
Kauf von Mais, Bohnen und Gari: EUR 2.650,-
Projektdurchführung und –begleitung: EUR 320,-
Gesamt: EUR 3.520,-