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Schaf- und Ziegenzucht in Batoume (KP 1621)

Viele Bauern lassen ihre Ziegen und Schafe frei herumlaufen, so dass sie durch ihren Verbiss junge Bäume schädigen.

Batoume ist ein kleines Dorf im Südwesten Togos. Bis zur nächsten größeren Stadt führt eine 30 km lange unbefestigte Piste. Die Hauptstadt Lomé liegt 100 km weiter im Süden an der Küste. Rund 1800 Einwohner hat Batoume, wovon 120 der Evangelischen Gemeinde angehören. Die Haupteinkommensquelle ist die Landwirtschaft. Der Verdienst aus dem Anbau von Mais, Reis, Maniok und Bohnen beträgt jedoch weniger als ein Euro pro Tag und reicht kaum zum Überleben.

Geprägt ist die Region durch die Trockensavanne, es überwiegt ein offener Baumbewuchs mit bis zu 5m hohen Bäumen. Buschfeuer, die von den Bauern zur Rodung ihrer Felder gelegt werden, und die Übernutzung des Holzes zur Herstellung von Holzkohle lassen aber befürchten, dass die Bäume in einigen Jahren verschwunden sein werden. Dies wird wiederum verheerende Folgen auf die Fruchtbarkeit der Böden haben. Fruchtbarer Oberboden, der nicht mehr durch die Bäume vor den heftigen tropischen Niederschlägen geschützt ist, wird weggeschwemmt werden. Zudem wird die natürliche Düngung durch die Bäume wegfallen. Denn viele der einheimischen Bäume gehören zur Pflanzenfamilie der Leguminosen, die in der Lage sind, den wichtigsten Pflanzennährstoff Stickstoff aus der Luft zu speichern und ihn über den Blattabwurf und deren anschließende Verrottung anderen Pflanzen zur Verfügung zu stellen. Die Lebensgrundlage der Menschen wird verloren sein.


Es wurden im Dorf schon Wiederaufforstungaktionen durchgeführt, die aber wenig erfolgreich waren. Viele der kleinen Bäume wurden von frei laufenden Schafen und Ziegen angefressen und starben ab. Diese Tiere sind in der Region sehr beliebt und ideal an die natürlichen Bedingungen angepasst. Sie sind robust, wenig krankheitsanfällig und widerstehen den hohen Temperaturen. Sie stellen geringe Ansprüche an das Futter, ihr Fleisch ist eine wichtige Proteinquelle für die Ernährung der Menschen.


Traditionell werden die Tiere allerdings nicht in Ställen oder auf eingezäunten Weiden gehalten. Dies schadet der Natur, denn der Baumfraß durch Schafe und Ziegen führt mit dazu, dass die Zahl der Bäume von Jahr zu Jahr zurückgeht.


Ein Projekt der Evangelischen Gemeinde in Batoume soll dem entgegenwirken. Es ist der Bau eines Stalls mit einer Einzäunung geplant, wo die Ziegen zukünftig gehalten werden. Wichtige Komponenten des Projekts sind die Ausbildung der Dorfbevölkerung in verbesserter und ökologischer Tierhaltung. Durch eine gesunde Ernährung und medizinische Versorgung der Tiere soll deren Produktivität erhöht und so das Nahrungsangebot im Dorf verbessert werden.

Auf einen Blick:

Projekt: Aufbau einer Schaf- und Ziegenzucht sowie Bau eines Stalls
Ort/Region: Batoume / Région Sud Ouest
Durchführung: Verwaltungskomitee der Evangelischen Gemeinde
Kostenübersicht:
Stall mit Futtermittel-Lager: EUR 2.300,--
Ausrüstungen: EUR 460,--
12 Schafe und 6 Ziegen: EUR 650,--
Futtermittel, Impfungen etc.: EUR 700,--
Projektdurchführung und -begleitung: EUR 210,--
Gesamtbedarf: EUR 4.320,--