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Kakaoanbau in Logba Tota (KP 1651)

Alte, zweigeschossige Gebäude sind Zeugen des bescheidenen Wohlstands, der durch den Kakaoanbau in der Vergangenheit erzielt werden konnte.

Ursprünglich stammt die Kakaopflanze aus Südamerika, wirtschaftliche Bedeutung gewann sie aber erst, als der Anbau im 18. Jahrhundert über Mittelamerika in die Karibik und die damaligen niederländischen Kolonien ausgeweitet wurde.

Heute haben sich die Hauptanbaugebiete nach Westafrika verlagert und Ghana ist nach der Elfenbeinküste zum zweitgrößten Kakaoproduzenten aufgestiegen. Damit bedeuten die Einnahmen aus dem Verkauf der Kakaobohnen einen großen Teil der Exporterlöse und sind eine wichtige Devisenquelle für das Land.
Schätzungen besagen, dass rund die Hälfte aller Bauern in Ghana Kakao kultivieren. Es gibt nur wenige Großplantagen, die kleinbäuerliche Produktion auf Familienbetrieben von 1,5 bis 3,5 Hektar überwiegt.

Dies ist auch der Grund, warum das Problem der Kinderarbeit in Ghana besonders gravierend und nur schwer zu kontrollieren ist. Während des Jahres ist die Pflege des Kakaos wenig arbeitsintensiv. Aber in den wenigen Erntemonaten wird jede helfende Hand gebraucht. Erntehelfer sind allerdings teuer. Außerdem verdienen die Bauern nur wenig. Die Weltmarktpreise sind in den letzten Jahrzehnten ständig gefallen. Der meiste Profit wird vom Zwischenhandel und von den Herstellern gemacht, die die Kakaobohnen zu Schokolade verarbeiten. Die Kakao-Bauern erhalten vom Preis einer Tafel Schokolade gerade einmal 6 Cent, ihr Verdienst ist weniger als ein Euro pro Tag. Sie können sich deshalb Erntehelfer nicht leisten und lassen ihre Kinder auf den Kakaofeldern arbeiten. Nach Angaben der Internationalen Arbeitsorganisation ILO müssen weltweit über eine Million Kinder unter teils unmenschlichen Bedingungen arbeiten.

Der Verdienst aus dem Kakaoanbau ist so niedrig, dass immer mehr junge Menschen in andere, gewinnbringendere Agrarsektoren abwandern. Heute liegt das Durchschnittsalter der Kakaobauern schon bei über 50 Jahren. Die Kakaopflanzen sind inzwischen überaltert und die Erträge sinken. Dies und eine ständig steigende internationale Nachfrage nach Kakaoprodukten werden mittelfristig zu Engpässen und damit zu steigenden Erzeugerpreisen führen.

Hier setzt das Projekt der Selbsthilfegruppe in Logba Tota an. Sie möchte gerade jetzt in Erwartung der steigenden Preise eine Kakaopflanzung neu anlegen. Mit den 40 Männern und Frauen der Gruppe wird sichergestellt sein, dass genügend Arbeitskraft vorhanden ist und keine Kinder mithelfen müssen. Der Gruppe fehlt jedoch das Startkapital für ihr Projekt.

Auf einen Blick:

Projekt: Anbau von Kakao in Mischkultur mit Bananen, Kochbananen und Cocoyam
Ort/Region: Logba Tota, Western Presbytery
Durchführung: Selbsthilfegruppe der Evangelischen Gemeinde
Kostenübersicht:
Feldbestellung: EUR 240,--
870 Kakao-Setzlinge, 870 Bananen Schösslinge: EUR 205,--
Feldpflege, Ausbildung: EUR 235,--
Projektdurchführung und -begleitung: EUR 35,--
Gesamtbedarf: EUR 715,--