Kaffee-Projekt der Selbsthilfegruppe in Danyi Atigba (KP 1622)

Kaffee bevorzugt leicht schattige Standorte und wird deshalb oft in Mischkultur mit Bananen angebaut.

Einer Sage nach sollen Hirten vor rund 400 Jahren im damaligen Königreich Kaffa, dem heutigen Äthiopien, beobachtet haben, dass Ziegen, die unter einem grünen Strauch mit roten Früchten gefressen hatten, bis in die Nacht munter waren, während andere Ziegen schon schliefen.

In der Tat ist die aufmunternde Wirkung des Kaffees seit Jahrhunderten bekannt. Aus Äthiopien gelangte er schon früh über Arabien nach Europa und ist heute bei uns eines der wichtigsten Genussmittel.


Es gibt im Wesentlichen zwei verschiedene Kaffee-Arten: Robusta und Arabica. Arabica wächst in kühlerem Klima besonders gut, er wird deshalb in Afrika in den Hochlagen im Osten des Kontinents angebaut. Robusta hingegen braucht mehr Wärme und Feuchtigkeit, er überwiegt in den westafrikanischen Ländern. Wegen seiner geringeren Qualität wird er meist zur Herstellung von Instantkaffee genutzt.
In Togo ist Kaffee mit einem Anteil von 10% nach Phosphat und Baumwolle eines der wichtigsten Exportgüter des Landes.

Schon während der Kolonialzeit wurde die Pflanze eingeführt und später hauptsächlich in der Zentralregion auf über 40.000 landwirtschaftlichen Betrieben angebaut. Im Zuge der Strukturreformen Mitte der 1990er Jahre wurde die Kaffeeproduktion von staatlicher Seite nicht weiter gefördert mit der Konsequenz, dass aufgrund fehlender Beratung der Bauern Pflanzenkrankheiten und Insektenbefall zunahmen, die Plantagen überalterten und die Produktion deutlich abgenommen hatte.

Erst seit 2008 existiert in Togo wieder eine Organisation, die Bauern speziell in verbesserten Techniken des Kaffee-Anbaus berät. Seitdem sind die Produktionszahlen wieder angestiegen. Ein Problem besteht jedoch weiterhin: Zur Erntezeit sinken die Erlöse aus dem Kaffee-Verkauf aufgrund des hohen Angebots auf dem Markt rapide. Die Bauern sind jedoch gezwungen zu verkaufen, da sie keine Lagermöglichkeiten haben.

Dies möchte die Selbsthilfegruppe in dem Dorf Danyi Atigba ändern. Sie plant, ein Lager anzumieten, den Kaffee während der Erntezeit zu angemessenen Preisen aufzukaufen und dann, wenn die Preise gestiegen sind, weiterzuverkaufen. Der Erlös soll zum Lebensunterhalt der Gruppenmitglieder beitragen, aber auch die Arbeit der Evangelischen Gemeinde unterstützen. Für das Startkapital werden jedoch noch EUR 3.615,-- gebraucht.

Auf einen Blick:

Projekt: Aufkauf, Lagerung und Vermarktung von Kaffee
Ort/Region: Danyi Atigba / Région Sud Ouest
Durchführung: Selbsthilfegruppe der Evangelischen Gemeinde
Kostenübersicht:
Miete einer Lagerraums für die ersten 6 Monate: EUR 80,--
Ausrüstung (Säcke etc.): EUR 160,--
Startkapital: EUR 3.200,--
Projektdurchführung und -begleitung: EUR 175,--
Gesamtbedarf: EUR 3.615,--