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Pilzzucht in Gbave (KP 1222/Togo)

Über einen Zeitraum von drei Monaten können die Austernpilze regelmäßig geerntet werden.

Dass Pilze in der afrikanischen Küche eine wichtige Rolle spielen, ist nur wenigen bekannt. Im Süden Togos sind Pilze eine Delikatesse und werden gerne in verschiedenen Gerichten verwendet. Pilze tragen zu einer ausgewogenen und gesunden Ernährung bei. Ihr Gehalt an Protein, ungesättigten Fettsäuren, essentiellen Aminosäuren und Kohlehydraten entspricht dem von Fleisch. Hinzu kommen viele für den Körper wichtige Mineralsalze.

In Südtogo gibt es zwei Regenzeiten im Jahr. In dieser Zeit fällt genug Niederschlag für das Wachstum der Pilze. Traditionell war es die Aufgabe der Kinder, Pilze sammeln zu gehen, um diese für die eigene Ernährung zu verwenden oder auf den örtlichen Märkten zu verkaufen. In der Trockenzeit, wenn kein Regen fällt, können Pilze in der freien Natur nicht wachsen, die Nachfrage und die Preise sind dann entsprechend hoch. Deshalb ist in den letzten Jahren ein Verfahren entwickelt worden, Pilze unabhängig von Niederschlägen zu züchten. Dazu wird ein Substrat aus Sägemehl in kleine Kunststoffsäcke gefüllt und dort durch Stampfen mit einer Flasche verdichtet. Anschließend werden die Säcke mit Dampf sterilisiert und nach dem Abkühlen mit den Sporen von Austerseitlingen (Pleurotus ostreatus) geimpft. Nachdem der Pilz das Sägemehl mit seinem Myzel (unter der Erde wachsendes Fadengeflecht der Pilze) durchdrungen hat, werden die Beutel in einem Regal auf der Seite liegend übereinander gestapelt. Aus dem geöffneten Beutel wächst dann der Speisepilz, der über einen Zeitraum von drei Monaten regelmäßig geerntet wird und nachwächst. Wichtig in dieser Zeit ist, dass die Säcke feucht und dunkel gelagert bleiben. Nach den drei Monaten müssen die Beutel ersetzt werden.

In dem Dorf Gbave leben 1.500 Menschen. Hier gibt es eine sehr aktive Frauengruppe der Evangelischen Gemeinde. Um die Ernährungssituation im Dorf zu verbessern und um ein zusätzliches Einkommen für ihre Familien zu erwirtschaften, möchten die Frauen mit einem Pilzzuchtprojekt beginnen. Die Pläne für die Hütte zur Lagerung der Pilzbeutel und die Liste der benötigten Ausrüstungsgegenstände sind fertig, in einem Pilzforschungsprojekt in der nächst größeren Stadt Tsévié sollen die Frauen in Pilzzucht ausgebildet werden. Jetzt fehlt ihnen jedoch das Startkapital für ihr Selbsthilfeprojekt. Deshalb wird unsere Unterstützung benötigt.

Auf einen Blick:

Projekt: Bau einer Hütte und Aufbau einer Pilzucht
Ort/Region: Gbave / Région Sud Maritime
Durchführung: Frauengruppe der Evangelischen Gemeinde
Kostenübersicht:
Baumaterialien und Bau der Hütte: EUR 590,--
Ausrüstung und Werkzeuge: EUR 680,--
Ausbildung: EUR 200,--
Projektdurchführung und -begleitung: EUR 75,--
Gesamt: EUR 1.545,--

 

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