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Fischkiosk in Galilea (KP 1253/Ghana)

Auf den Märkten besteht eine große Nachfrage nach Fisch.

Ghana hat nach seiner Unabhängigkeit sehr große Hoffnungen in die Fischereiwirtschaft gesetzt und deshalb in eine eigene Fischereiflotte investiert. In den 1980er Jahren wurde weltweit jedoch die 12-Meilenzone auf 200 Seemeilen ausgeweitet. Dies bedeutete für die ghanaischen Fischer, die keine hochseetauglichen Schiffe besaßen, dass sie nur noch vor der ghanaischen Küste fischen, und die Fanggründe der benachbarten Länder, die über keine eigenen Fischtrawler verfügten, nicht mehr nutzen duften. Die UN hatte beschlossen, dass die Länder ohne eigene Fischereiwirtschaft Fangquoten vor ihren Küsten in Fischereiabkommen verkaufen konnten. Die EU sicherte sich daraufhin für über 200 Mio. EUR die Fangrechte vor der Westafrikanischen Küste.

Damals waren die Auswirkungen der Hochseefischerei auf die Fischbestände in Küstennähe nicht bekannt. Man dachte, dass die Kleinfischer keine Nachteile durch die Fischerei der modernen ausländischen Trawler haben würden. Heute ist jedoch offensichtlich, dass die modernen Fangmethoden katastrophale Folgen auf die Fischbestände in Küstennähe haben. Durch die engmaschigen Netze wurden große Mengen an Jungfischen mitgefangen. Damit fehlten der Nachwuchs zur Erholung der Fischbestände und auch die Nahrung für größere Raubfische. Ein weiteres Problem ist die Piratenfischerei. Die UNO schätzt, dass inzwischen jeder fünfte Fisch illegal gefischt wird. Weltweit sind 1.200 solcher Piratenschiffe im Einsatz. Die ärmeren Länder im Süden haben nicht die Möglichkeit, ihre Gewässer ausreichend zu kontrollieren und Piratenfischer zur Rechenschaft zu ziehen.

Heute sind die Fischbestände an der westafrikanischen Küste extrem dezimiert. Die Kleinfischer müssen immer weiter auf das Meer hinausfahren, um Fische zu finden. Der Fang reicht kaum noch aus, um ihre Familien zu ernähren. Dies ist auch in Galilea, einem kleinen Dorf südwestlich von Accra der Fall. Die Familien können nicht mehr vom Einkommen des Mannes leben. Deshalb plant eine Gruppe von Frauen der evangelischen Gemeinde ein Einkommen schaffendes Projekt, um so das Familienbudget aufzubessern. Die Frauen möchten die gefangenen Fische frittieren und an einem Kiosk verkaufen. Da ihnen das Startkapital für ihr Projekt fehlt, haben sie uns um Hilfe gebeten.

Auf einen Blick:

Projekt: Bau eines Kiosk, Kauf von Küchenutensilien, Zubereitung und Verkauf von Fisch
Ort/Region: Galilea / West Volta Presbytery
Durchführung: Frauengruppe der evangelischen Gemeinde
Kostenübersicht:
Baumaterialien für den Kiosks: EUR 450,--
Dachbleche: EUR 290,--
Küchenutensilien: EUR 340,--
Projektdurchführung und -begleitung: EUR 55,--
Gesamt: EUR 1.135,--

PS: Mit der Unterstützung vieler Spenderinnen und Spender konnte dieses Projekt inzwischen erfolgreich verwirklicht werden. Einen ganz herzlichen Dank an alle, die dabei mitgeholfen haben!


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