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Dorfapotheke in Talo (KP 1124/Togo)

Die auf den Märkten angebotenen Medikamente sind oft wirkungslose Fälschungen.

Talo ist ein Dorf nicht weit von der in Zentraltogo gelegenen Provinzstadt Atakpamé. Trotz der Nähe der Stadt ist Landwirtschaft die Haupteinnahmequelle der Bevölkerung im Dorf. Viele treiben auch Handel auf den Märkten oder in den geschäftigen Straßen der Stadt. Die Gesundheitsversorgung ist durch ein Krankenhaus und durch Gesundheitsstationen relativ gut, das größte Problem ist jedoch der Zugang zu Medikamenten. Die gesundheitlichen Versorgungseinrichtungen stellen den Kranken keine Medikamente zur Verfügung. Die Patienten müssen sie in Apotheken oder sogar auf dem Markt selbst kaufen. Viele Medikamente sind dort überteuert oder wirkungslose Fälschungen.

Dabei ist der Einfluss einer guten Medikamentenversorgung auf die Sterblichkeitsrate längst bekannt. Britische Wissenschaftler beschrieben 2009 in dem Fachblatt „The Lancet", dass die Müttersterblichkeit in Afrika mit einfachen Mitteln deutlich gesenkt werden könnte. Auf 100.000 Geburten kommen noch immer rund 900 Todesfälle unter jungen Müttern. Häufige Ursachen sind Blutungen, die nicht rechtzeitig behandelt wurden und Blutvergiftungen aufgrund schlechter hygienischer Bedingungen. Die britischen Forscher haben berechnet, dass allein die Todesfälle durch Verbluten oder Blutvergiftung um 32 Prozent sinken würden, wenn die richtige Medizin verfügbar wäre. Voraussetzung wäre, dass das Hormon Oxytocin zur Stillung von Blutungen nach der Geburt und Antibiotika gegen Blutvergiftungen vorhanden sind, und zudem das blutungsstillende Medikament Misoprostol verfügbar wäre.

In Talo engagiert sich eine Frauengruppe der Evangelischen Gemeinde für Waisen und andere bedürftige Kinder. Sie werden in die Familien der Frauen aufgenommen, bekommen etwas zu essen, und es wird ihnen ermöglicht, die Schule zu besuchen. Jetzt möchte die Gruppe auch etwas für eine bessere Medikamentenversorgung im Dorf tun. In einem kleinen Gebäude soll eine Dorfapotheke eingerichtet und Frauen der Gruppe pharmazeutische Grundkenntnisse vermittelt werden. Der Verkauf der Medikamente wird das Projekt auch in Zukunft tragen, ein Gewinn soll der Waisenarbeit zugute kommen. Das Gebäude und die Arbeitsleistung werden von der Frauengruppe aufgebracht, für den Grundstock an Medikamenten sowie Mobiliar und Ausbildung fehlen aber noch EUR 4.550,--.

Auf einen Blick:

Projekt: Einrichtung einer Dorfapotheke und pharmazeutisch-technische Ausbildung
Ort/Region: Talo / Région Sudplateau
Durchführung: Frauengruppe der Evangelischen Gemeinde
Kostenübersicht:
Grundstock an Medikamenten: EUR 2.250,--
Einrichtung der Apotheke: EUR 900,--
Ausbildung: EUR 670,--
Projektdurchführung und –begleitung: EUR 190,--
Gesamt: EUR 4.550,--

 

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