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Weiterführende Schule in Badou / Togo (MP 0909)

Mit viel Eigeninitiative der Eltern konnte in Badou die Schule gebaut werden.

Eine gute Schulbildung ist für Kinder und Jugendliche die beste Basis für ihr weiteres Leben. Daher unterhält die Evangelische Kirche von Togo (EEPT) zahlreiche Schulen, darunter das Collège (Gymnasium) in Badou.

Yawo Djato verschwindet fast hinter einem Berg von Büchern, Landkarten und einem Globus. Das kleine Büro des Schulleiters ist im Wohnhaus des Direktors untergebracht und muss auch als Material- und Kartenraum dienen. „Dafür haben wir bisher noch keine Lösung gefunden", erzählt Djato. "Aber unsere Schule hat sich in anderer Hinsicht enorm entwickelt." Wie wahr! Vor sieben Jahren hatten sich Mitglieder der EEPT-Gemeinde von Badou zusammengetan, um eine weiterführende Schule zu gründen. Djato wurde von der Kirchenleitung beauftragt, das Collège aufzubauen. Anfangs gab es noch keine eigenen Räume, und man musste die EEPT-Grundschule mit nutzen. Mittlerweile sind mehrere Klassenräume gebaut worden.

„Die Eltern haben von Anfang an selbst mit angepackt und bei den Bauarbeiten geholfen", beschreibt der Direktor die erste Zeit. „Jedes Jahr haben sie Geld gesammelt und gemeinsam entschieden, was gebaut oder angeschafft werden sollte. Das Engagement ist einfach unglaublich! Noch immer trifft sich der Elternrat einmal in der Woche."

Pro Jahrgang gibt es eine Klasse, von unten aufgebaut kam jedes Jahr eine weitere dazu. Der Unterricht dauert von sieben Uhr bis 13 Uhr, Dienstag- und Donnerstagnachmittag erhalten die Schülerinnen und Schüler, die Förderung brauchen, von den Lehrern Nachhilfeunterricht. Zusätzlich zu den üblichen Fächern werden Religion, Ewe, Musik und Sport angeboten. „Wir haben sogar eine sehr gute Mädchen-Fußballmannschaft", schmunzelt Yawo Djato. Dann wird er wieder ernst: „Jeden Morgen halten wir eine Andacht. Es ist uns wichtig, gemeinsam so den Tag zu beginnen. Außerdem bieten wir Mittwochnachmittag oder -abend vielfältige Kulturveranstaltungen an. Wir möchten, dass die Schülerinnen und Schüler einerseits ihre Wurzeln kennen, andererseits aber auch ihren Horizont erweitern können."

Neun Lehrer einschließlich des Direktors unterrichten 168 Schülerinnen und Schüler. Die Kinder kommen entweder aus Badou selbst oder aus den umliegenden Dörfern, zum Teil auch aus Ghana – die Grenze ist zehn Kilometer entfernt. „Der Grund dafür, dass wir ständig wachsen, ist – neben dem qualitativ guten Unterricht – sicher auch die Tatsache, dass wir bewusst Schüler und Lehrer aus unterschiedlichen Volksgruppen aufnehmen und anstellen", meint der Schulleiter. „Bei uns sind Ewe, Akposso, Kotokoli, Kabyé, Losso – und wir haben keinerlei Konflikte.". Probleme gibt es eher mit dem Schulgeld und der Ausstattung der Schule. Pro Jahr und Schüler müssen 25.000 FCFA (=38 Euro) bezahlt werden und je nachdem, wie die Ernte war, seien immer einige Eltern im Rückstand, so der Direktor. Und weiter: „Außerdem müssten wir als Collège dringend Computer-Kenntnisse vermitteln. Bis auf meinen privaten PC haben wir aber keine Geräte. Dafür genug zu sammeln, schafft selbst diese hoch motivierte Elternschaft nicht."

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