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Spar- und Kreditprogramm in Togo: MP 2208

Viele Frauen bauen mit dem Kredit einen Kleinhandel auf und schaffen sich so eine Lebensgrundlage.

Eine wichtige Rolle bei der Bekämpfung von Armut im globalen Süden spielen Kleinkredite. Die Eglise Evangélique Presbytérienne du Togo (EEPT) fördert daher die Gründung von Kredit- und Spargruppen.

Pastor Joseph Komla Amékandu Ahlidja leitet seit 2009 die Entwicklungsabteilung der Evangelischen Kirche in Togo. Nach seinem Studium der Theologie und einigen Jahren als Gemeindepastor und Kreispfarrer in Notsé hat er in Kamerun ein entsprechendes Zusatzstudium absolviert. Seit langem ist er überzeugt vom Spar- und Kreditprogramm: „Das ist ein unglaublich wirksames Mittel der Entwicklungsarbeit, seit über 30 Jahren.“ Die Idee ist einfach: Mehrere Frauen und Männer schließen sich zu einer Kleinkredit-Gruppe zusammen und sparen einen gewissen Betrag. Dann kann eine oder einer aus der Gruppe einen Kredit erhalten, für den die anderen Mitglieder bürgen. Mit dem Kredit werden Waren gekauft und mit Gewinn auf den Märkten weiterverkauft. So kann der Kredit zurückgezahlt und der Überschuss erneut investiert werden. Die EEPT begleitet die Gruppen, bietet Ausbildungen in Buchhaltung und Projektmanagement an. Außer zu diesen Fortbildungen treffen sich die Gruppen auch zu Bibelarbeiten sowie zum Erlernen von Einkommen schaffenden Fähigkeiten und zum gemeinschaftlichen Arbeiten auf dem Feld.

„Ein gutes Beispiel ist die Gruppe der Gemeinde von Danyi-Atigba. Das liegt in der Nähe von Kpalimé, nah an der Grenze zu Ghana“, erzählt Ahlidja. „Die Gruppe hat Ingwer angebaut und dieses Jahr zweieinhalb Tonnen geerntet. Das ergibt durch den Verkauf dann natürlich einen ordentlichen Gewinn.“ Viele Kleinkreditgruppen bestehen ausschließlich aus Frauen. Das liegt daran, dass es für Frauen besonders schwierig ist, Kredite bei den Banken zu bekommen. Sie besitzen häufig kein Land, das sie als Sicherheit angeben können. Die Haus- und Grundtitel sind in den meisten Fällen auf die Männer eingetragen. Entsprechend hohe Zinsen verlangen die Banken von den Frauen, sie betragen im Durchschnitt 30 Prozent. Private Geldverleiher nutzen die Not der Menschen aus und verlangen noch höhere Zinssätze. „Glücklicherweise gibt es eine Nicht-Regierungsorganisation, die FUCEC, die sich auf Spar- und Kreditprogramme spezialisiert hat“, berichtet Joseph Ahlidja. „Die Gruppen können dort ein Konto eröffnen und bezahlen einen Zinssatz von 15 bis 17 Prozent.“ Und manchmal leihen sich die Frauen auch untereinander etwas Geld, dann komplett ohne Zinsen. Gut 80 Prozent der Mitglieder der Spargruppen sind Frauen. Die Rückzahlungsquote läge bei ihnen bei fast 100 Prozent, so Pastor Ahlidja.

„Das Programm ist ein großer Erfolg bei uns“, meint der 59-Jährige. „Mittlerweile gibt es in den Gemeinden der EEPT hunderte Kleinkreditgruppen mit tausenden Mitgliedern. Sie sind zwischen 20 und 70 Jahre alt. Wir können damit die Armut verringern und den Gedanken von Solidarität, Vertrauen und Nächstenliebe verankern. Daher möchten wir das Programm gern ausweiten und weitere Gruppen gründen und schulen. Der Bedarf ist vorhanden. Aber das kostet natürlich Geld.“

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