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Radio Ephphata / Togo (MP 1309)

Die Ausstattung des Studios von Radio Ephphata ist sehr einfach, aber funktional.

Gerade weil in Afrika immer noch viele Menschen nicht lesen können, hat das von der Evangelischen Kirche von Togo betriebene Radio eine enorm große Bedeutung.Lomé, 5 Uhr morgens. Auf dem Gelände des Evangelischen Gymnasiums der togoischen Hauptstadt sind schon einige Menschen hellwach. Es sind Mitarbeiter von Radio Ephphata, das hier sein Studio hat. Mathilde Kpalla, die Programmchefin, ist eine von ihnen. „Ich bin sehr oft hier“, erzählt sie. „Diese Arbeit ist für mich nicht irgendein Job, sondern eine Herzensangelegenheit.“

Die 34jährige war dabei, Jura zu studieren, als sie von dem Plan ihrer Kirche hörte, ein Radio aufzubauen. Sie schlug sofort einen anderen Weg ein, ging nach Kamerun und begann, dort Journalismus zu studieren. „Das war sicherlich ein Ruf!“ ist sie überzeugt.

Nach ihrer Rückkehr nach Togo wurde Mathilde Kpalla Pressesprecherin der EEPT, seit 2010 ist sie Leiterin des Radios: „Wir senden jeden Tag von fünf bis 22 Uhr, sonntags sogar bis 23 Uhr. Früher haben wir vor allem Musik gespielt, aber jetzt sind im Programm viele inhaltliche Beiträge enthalten, religiöse, soziokulturelle und ökonomische.“ Da das Radio konfessionell ist und vom Staat nur dafür eine Genehmigung erhalten hat, sind die Nachrichten nicht politisch. „Aber gesellschaftlich ist auch genug los“, meint die Journalistin. „Es gibt viele Veranstaltungen, Kulturtermine oder Fortbildungen, auf die wir hinweisen können.

“Bewundernswert ist das Engagement der gut 26 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Radio Ephphata. 75 Prozent von ihnen arbeiten ehrenamtlich, dazu kommen noch einige Pastoren und Katechisten, die aushelfen, wenn die Programmchefin in Not ist. „Trotzdem“, schüttelt sie bedauernd den Kopf, „gibt es ab und zu Tage, an denen wir nicht alle Sendezeiten komplett abdecken können. Aber was soll ich machen? Mein Etat ist gering, ich kann gerade mal die Fahrtkosten der Ehrenamtlichen bezahlen.“Die Einnahmen sind niedrig. Man kann private Informationen senden lassen, Termine von Sitzungen oder Beerdigungen. Dann kostet eine Minute 500 FCFA (= 75 Cent). Kommerzielle Werbung ist jedoch nicht erlaubt.

2010 wurde der Sendemast durch ein Unwetter komplett zerstört. Es gab keinerlei Rücklagen, jedoch konnte der Wiederaufbau  mit Hilfe von Spenderinnen und Spendern der Norddeutschen Mission und mit Kollekten von EEPT-Gemeinden bewerkstelligt werden.

Das Radio sendet von Lomé bis zu den Agou-Bergen, also gut 100 Kilometer. Man würde das Gebiet gern ausweiten, daran war sogar die Frequenzgenehmigung gekoppelt. Jedoch fehlt es bisher an Geld. „Es fehlt an vielem“, seufzt die Journalistin. „An Mikrophonen, an Mischpulten, an Kopfhörern....“ Aber sie gibt nicht auf: „Das Radio ist ein Medium, das die Menschen hier täglich begleitet. In verschiedenen Sprachen. In Bezug auf Bildung und Horizonterweiterung ist es das Medium par excellence. Diese Chance kann sich die Kirche nicht entgehen lassen. Es geht ja nicht nur um religiöse Inhalte. Wie oft senden wir zum Beispiel Informationen über gesundheitliche Themen, Prävention von Krankheiten, HIV/Aids?!

“Bevor sie wieder zur Schicht am Mikrophon eilt, erzählt Martine Kpalla dann noch schnell von ihrer dreiwöchigen Reise in die Schweiz auf Einladung der dortigen Missionsgesellschaft. Europa sei kein Paradies. Sie habe zwar einige Vorteile gegenüber dem harten Leben in Afrika erkannt, aber junge Togoer sollten es sich bloß nicht leicht vorstellen, dort Fuß zu fassen. „Darüber muss man auch mal eine Sendung machen“, ruft sie noch. Dann schließt sich die Studiotür.

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