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Krankenhaus-Seelsorge in Lomé (MP 1903)

Abra Efako Ako versorgt die Kranken mit Lebensmitteln und Medikamenten.

In Afrika beschränken sich die staatlichen Krankenhäuser ausschließlich auf die allernötigste medizinische Versorgung. Die Eglise Evangélique Presbytérienne du Togo versucht, den Patientinnen und Patienten umfassender zu helfen.

Abra Efako Ako gibt nicht auf. Die 52-Jährige hat einige Schicksalsschläge zu verkraften –   ihr Mann starb vor vielen Jahren und machte sie jung zur Witwe, und seit einiger Zeit hat sie selbst eine schwere Krankheit. Doch sie ist mit all ihrer Kraft Fürsprecherin der Patientinnen und Patienten im Krankenhaus „CHU Tokoin“ in Togos Hauptstadt Lomé.

Ako geht es vor allem um Menschen, die an AIDS oder Tuberkulose leiden. „Drei Viertel dieser Kranken werden von ihren Familien verstoßen“, erzählt sie. „Die Angst vor Ansteckung ist sehr groß – abgesehen von der gesellschaftlichen Ächtung der Krankheit Aids.“ Dabei funktioniert das Gesundheitssystem in Togo so, dass die Patientinnen und Patienten im Krankenhaus nur die Behandlung erhalten. Für Medikamente, Verpflegung und Kleidung müssen die jeweiligen Familien sorgen. „Ich bin unglaublich froh und dankbar, dass ich Spenden über die Norddeutsche Mission erhalte“, sagt Abra Ako. „Bis vor kurzem waren es umgerechnet 300 Euro alle drei Monate. Jetzt sind es 400 Euro. Das bedeutet, dass ich auch mehr Menschen versorgen kann.“ Hat sich die Diakonin und Krankenschwester bislang um 120 Aids-Patienten mit Lungenproblemen gekümmert, kann sie jetzt 35 weiteren helfen. Viele leiden zusätzlich an Anämie oder Malaria, was ihren Zustand entsprechend verschlechtert. Die antiretroviralen Medikamente, mit denen der HI-Virus bekämpft wird, sind zwar kostenlos, aber alle anderen Arzneien sowie Laboruntersuchungen müssen selbst bezahlt werden.

„Und es ist ja nicht nur das“, seufzt Ako. „Oft gibt es zu wenig Platz im Krankenhaus. Dann müssen die Patientinnen und Patienten ohne Unterlagen im Freien auf den betonierten Wegen liegen. Deshalb bräuchte ich dringend Matratzen und Liegen, um die Situation wenigstens halbwegs erträglich zu machen. Außerdem haben wir auch Kranke, die kaum laufen können. Da wäre es schön, wenn man Gehhilfen und Tricycles, also Dreiräder für Erwachsene, zur Verfügung hätte.“

Mit ihrem Budget versucht die Diakonin zumindest, für Verpflegung, Seife und Kleidung zu sorgen. Die meisten Kranken hätten nur das, was sie am Leib trugen, als sie eingeliefert wurden. Und es fehle auch an Decken. So deprimierend die Situation manchmal ist - Abra Ako gibt nicht auf. So hat sie zusätzlich zu ihren beiden Ausbildungen eine Fortbildung zur Koordinatorin für Spar- und Kreditprogramme gemacht. „Ich betreue jetzt schon vier Gruppen, in meiner Gemeinde und in der Nachbarschaft“, erzählt sie begeistert. „Und eine Gruppe ist aus meiner Krankenhausarbeit entstanden. Das sind sehr arme Frauen, teilweise mit Ehemännern, die keinerlei Verantwortung übernehmen. Jetzt – mit dem Sparprogramm – helfen sie sich gegenseitig.“

 (siehe auch hier)

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