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Krankenhaus-Seelsorge in Lomé (MP 1401)

Abra Efako Ako ist verantwortlich für die Krankenhausseelsorge der Evangelischen Kirche in Togo.

In Afrika beschränken sich die staatlichen Krankenhäuser auf die medizinische Versorgung – und auch die muss in den meisten Fällen selbst bezahlt werden. Die Eglise Evangélique Presbytérienne du Togo versucht, mit Krankenhaus-Seelsorgern die umfassenden Nöte der Patienten und Patientinnen zu lindern.

Abra Efako Ako ist eine starke Frau. Sie hat es nicht gerade leicht im Leben. Schon jung Witwe geworden arbeitet sie mit all ihrer Kraft als Diakonin im Krankenhaus. Sie ist in Lomé, der Hauptstadt Togos, dem Krankenhaus „CHU Tokoin“ zugeordnet. Das ist eine große Einrichtung mit 3000 Betten.

„Wir haben uns als Seelsorger der EEPT drei Ziele für die Arbeit in einem Hospital gesetzt“, erzählt die 47jährige. „Wir wollen die Kranken und das Personal begleiten, christliches Zeugnis ablegen und materielle oder finanzielle Hilfe leisten.

“Abra Ako, die auch ausgebildete Krankenschwester ist, identifiziert sich vollständig mit ihrer Arbeit. Ohne Zeit zu verlieren, beschreibt sie die drei Bereiche ihrer Tätigkeit genauer. Die Begleitung beginnt, indem die Diakoninnen und Diakone alle Kranken einer Abteilung, die ihr Bett verlassen können, zu einem Termin in einen größeren Raum einladen. Man stellt sich gegenseitig vor, kommt ins Gespräch, erfährt von Sorgen und Problemen. Andere, die schwerer erkrankt sind, bekommen Besuch am Bett. „Wir versuchen, die jeweilige persönliche Situation zu erfassen“, berichtet Ako. Hat der oder die Betroffene Hilfe von außen, gibt es Notsituationen? Manche Leute werden stigmatisiert, weil sie an Krankheiten wie Aids oder Tuberkulose leiden. Häufig kümmert sich dann niemand mehr aus der Familie, die Patienten sind dann völlig allein.“Regelmäßig lädt die Diakonin zu Gottesdiensten im Krankenhaus ein. Und sie organisiert jedes Mal Chöre, die daran mitwirken. Häufig seien aber die Räume, die zur Verfügung ständen, viel zu klein. „Dann singen die Chöre eben in den Gängen“, schmunzelt Abra Ako. „Das geht alles. Wir halten auch Andachten in den Krankenzimmern, wenn die Patienten nicht laufen können. Das gemeinsame Gebet ist vielen sehr wichtig.“

Der dritte Bereich, die materielle Hilfe, ist wesentlich schwieriger zu leisten. Das Gehalt der Diakonin wird von der Kirche bezahlt. Sie hat allerdings weder ein Büro noch einen Etat für Notfälle. „Ich bekomme nur zu Weihnachten von der EEPT einen Fonds von umgerechnet etwa 180 Euro.“ Ako schüttelt den Kopf. „Aber im Laufe des ganzen Jahres ist die Lage oft so katastrophal, dass die Chormitglieder schon zum Beispiel Dinge wie Seife für die Kranken mitbringen. Und das zahlen sie aus eigener Tasche!“ Die Familien ziehen sich besonders bei ansteckenden Krankheiten zurück. Da das Krankenhaus seit 2012 nicht mehr für die Verpflegung zuständig ist, bedeutet das aber, dass die Patienten kein Essen bekommen. „Fast 80 Prozent der Aids- und Tuberkulose-Kranken werden von ihren Familien verstoßen. Das geht so weit, dass ein Teil der Patienten regelrecht verhungert.“ Sagt die Diakonin leise. „Letztes Jahr hatten wir hier 950 Tuberkulose- und Aids-Kranke, davon sind 133 gestorben, die meisten quasi an Vernachlässigung. Es fehlt an Wasser, es fehlt an Kleidung. Auch das Geld für Medikamente fehlt häufig. Dann gebe ich manchmal auch aus eigener Tasche etwas dazu.“ (siehe auch Öffnet internen Link im aktuellen Fensterhier)

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