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HIV / Aids - Programm / Togo (MP 0901)

Luther Akpawu muss bei seiner Arbeit sehr einfühlsam sein.

Auch in Togo steigt die Zahl der HIV-/Aids-Kranken.
Die Evangelische Kirche (EEPT) hat daher in Lomé ein Beratungszentrum für Betroffene eingerichtet. Seit etwa zwei Jahren hat Luther Akpawu eine der menschlich schwierigsten Stellen der EEPT. Er leitet das CPA (Centre Presbytérien d’Accompagnement des personnes vivant avec le VIH-SIDA), das Evangelische Zentrum für die Begleitung von Menschen, die mit HIV/Aids leben.

„Die Arbeit ist nicht leicht, erfordert viel Geduld, Fingerspitzengefühl und Diskretion", erzählt der Krankenpfleger. „Unsere Beratungsstelle gibt es noch nicht so lange. Aber wir sind relativ schnell bekannt geworden, weil im Gottesdienst über unsere Arbeit berichtet wird. Die Menschen haben Vertrauen zur Kirche und kommen deshalb auch zu uns. Übrigens sind es immer mehr Frauen als Männer. Frauen sind der Krankheit gegenüber offener und fühlen auch eine größere Verantwortung für ihre Kinder. Männer verstecken sich." Das Zentrum ist montags bis freitags von 8 Uhr bis 12 Uhr und von 14 Uhr 30 bis 17 Uhr 30 geöffnet. Normalerweise werden Termine vergeben, denn die Beratung ist häufig sehr zeitaufwändig. „Es kommen Menschen zu uns, die einen Verdacht haben, dass sie HIV-positiv sind. Dann machen wir erstmal einen Test, wenn sie damit einverstanden sind.", erklärt Luther Akpawu. „Andere haben schon die Gewissheit, bei einer dritten Gruppe ist die Krankheit bereits ausgebrochen."

In allen Fällen bietet das Zentrum eine umfassende Beratung an. „Wir sprechen sehr lange und intensiv mit unseren Klienten, denn es sind viele Aspekte zu berücksichtigen. Außerdem reagiert jeder Mensch anders in dieser Situation", so der Krankenpfleger. „Soll die Familie informiert werden? Viele möchten das nicht. Andere wollen, dass wir das übernehmen. Wir machen das sehr behutsam, setzen manchmal dafür zusätzlich zum Gespräch Filme ein. Häufig hilft den Angehörigen diese gewisse Distanz, die dann eintritt. Anschließend müssen wir mit den Betroffenen die medizinische Behandlung abklären. In manchen Fällen sind auch Folge-Erkrankungen wie Husten oder Durchfall eingetreten." Für die Klienten ist die Beratung kostenlos, Beiträge für die Medikamente sind allerdings dringend erwünscht. Zwar hat ein Internationaler Fonds in Togo die Finanzen für die antiretrovirale Behandlung von 2000 Patienten bereitgestellt, der Bedarf jedoch - allein unter jungen Leuten - wird auf 6000 bis 8000 geschätzt.

Außerdem werden im Zentrum Nahrungsmittel gebraucht. Patienten geben ihr Geld für Medizin aus, das ihnen dann für die Lebensmittel fehlt. Und eine Nebenwirkung der Medikamente ist die starke Steigerung des Hungergefühls. „Unsere Arbeit ist eine Mischung aus Krankenpflege und Seelsorge", meint Luther Akpawu. "Wir sind für jeden offen. Zu uns kommen nicht nur Mitglieder der EEPT, auch Methodisten, Katholiken oder Anhänger der traditionellen afrikanischen Religionen. Manche sitzen da und sagen lange gar nichts, andere weinen erstmal lange. Viele möchten, dass wir mit ihnen beten." Wie hält man diese Arbeit aus? Der Krankenpfleger überlegt: „Sicherlich gibt es Tage, an denen kann ich es kaum abwarten, nach Hause zu meiner Frau, meinen beiden Töchtern und meinem Sohn zu kommen und Abstand zu gewinnen. Andererseits gibt es auch Tage, an denen ich viel Hoffnung geben konnte oder an denen ich feststelle, dass sich der Gesundheitszustand von Patienten stabilisiert hat. Diese Arbeit ist meine Aufgabe als Christ."

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