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Heilungszentrum in Dalave/Togo: MP 2005

Pastor Atitse (Mitte) kümmert sich mit seinem Team um die Kranken.

Immer mehr Menschen benötigen spirituelle und psychologische Hilfe. Diese Möglichkeit bietet die Eglise Evangélique Presbytérienne du Togo (EEPT)  an.

Dalave ist ein kleines Dorf. Es liegt südlich von Tsévié, etwa 30 Kilometer von der togoischen Hauptstadt Lomé entfernt. Hier findet man das „Centre d’Accompagnement Spirituel“, das Zentrum für spirituelle Begleitung der EEPT. Seit kurzem leitet Pastor Kodjo Edudzi Atitse die Einrichtung. „Vor acht, neun Jahren wurde das Zentrum gegründet“, erzählt der 56-Jährige. „Der Bedarf war schon lange da, aber man muss so ein Vorhaben ja auch umsetzen können.“ In Dalave bot sich die Gelegenheit: Die Gemeinde nutzte ein eineinhalb Hektar großes Stück Land um ihre Kirche herum, um das Heilungszentrum mit Hilfe von Spenden aus der ganzen Region aufzubauen. Es besteht aus der Kirche und einigen Gästezimmern.

„Wir kümmern uns zu sechst um das Zentrum“, berichtet Atitse. „Darunter ist ein Kirchenvorstandsmitglied, das sich seit der Gründung hier engagiert und daher viel Erfahrung hat. Und zwei Frauen sind dabei. Es ist sehr wichtig, dass unsere Besucher männliche und weibliche Ansprechpartner haben. Dem eigenen Geschlecht gegenüber öffnet man sich häufig leichter.“ Die Kranken kommen mit mentalen, spirituellen und physischen Problemen. Wenn festgestellt wird, dass eine rein körperliche Krankheit vorliegt, werden die Betroffenen in ein Krankenhaus gebracht. „Die Menschen kommen aus allen Regionen des Landes zu uns“, erzählt der Pastor. „Sogar aus Dapaong, was ganz im Norden Togos liegt, an der Grenze zu Burkina Faso. Wir nehmen sie meistens für eine Woche auf, teilweise auch mit ihren Familien, klären, was sie bedrückt und versuchen, zu helfen. Unsere Mitarbeitenden haben biblische und psychologische Kenntnisse – beides ist hier vonnöten.“ Die Patienten haben psychische Probleme, manche fühlen sich von einem bösen Geist besessen, andere haben schwere Konflikte in der Familie oder der Ehe. Die Mitarbeitenden hören lange zu, versuchen, Lösungen zu finden und beten gemeinsam mit den Betroffenen.

Jedes Jahr kommen etwa 200 Hilfesuchende zum ersten Mal nach Dalave, manche besuchen das Zentrum später ein zweites Mal wegen einer Nachbehandlung. „Unsere Arbeit hier ist sehr wichtig“, stellt Atitse fest, „Aber wir müssen dringend etwas an den Bedingungen ändern. Wir werden von der Gemeinde Dalave, der Region und der Kirchenleitung der EEPT finanziert, doch das reicht nicht. Die Zimmer sind teilweise in einem schlechten Zustand, es gibt keine richtigen Toiletten. Und das Gelände ist nicht umzäunt, so dass den ganzen Tag über Dorfbewohner hier durchlaufen und sich unsere Patientinnen und Patienten gestört fühlen. So kann man sich nicht erholen.“ Die Kranken müssten umgerechnet 80 Cent pro Tag zahlen, aber auch das sei nur ein Tropfen auf den heißen Stein, so der Pastor. „Und dabei müsste es eigentlich noch viel mehr Zentren dieser Art geben“, sagt er leise.

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