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Gesundheitsstation in Kativou / Togo (MP 1909)

Auch ein kleines Labor, in dem die Krankheitserreger bestimmt werden können, gehört zur Station.

Die Evangelische Kirche in Togo betreibt mehrere Gesundheitsstationen. Gerade in abgelegenen Regionen bieten diese oft die einzige Möglichkeit für eine medizinische Behandlung.

Der Distrikt Moyen-Mono ist weit weg von allem. Von einer größeren Stadt, von ausgebauten Straßen, von guter Infrastruktur. Notse, als die nächste erreichbare Stadt, ist zwei bis drei Stunden entfernt – mit einem Fahrzeug mit Allrad-Antrieb. In der Regenzeit sind die Pisten jedoch kaum noch passierbar.

In dieser staubigen Gegend, in Kativou, betreibt die Evangelische Kirche eine Gesundheitsstation. Ihr Leiter ist der Krankenpfleger Alain Sohoume. „Ja, wir sind hier weit weg von allem. Aber umso wichtiger ist doch unsere Arbeit!“, sagt er. „Wir sind nicht an das öffentliche Strom- und Wassernetz angeschlossen“, ergänzt Yao Eli Gbemu, Buchhalter der Station. „Aber trotzdem können wir etwas für die Menschen hier tun.“ Neben den beiden sind eine Krankenschwester, eine Hebamme, zwei Laboranten und zwei Apothekenhelfer in Kativou beschäftigt. Die Gesundheitsstation ist jeden Tag im Jahr 24 Stunden geöffnet. „Gerade, weil der Ort so abgelegen ist, müssen wir ja immer ansprechbar sein“, meint Sohoume. „Das nächste Krankenhaus ist in Tohoun und damit 39 Kilometer entfernt. Das ist ohne Auto nicht zu erreichen. Die Patientinnen und Patienten haben also keine Wahl, sie müssen rund um die Uhr zu uns kommen können.“

Und sie kommen. Schwere Erkrankungen werden etwa zehn Mal pro Tag behandelt. Dazu zählen Malaria, Typhus, Cholera, Krankheiten, die durch Parasiten entstanden sind und schwere Durchfälle, häufig verursacht von verunreinigtem Wasser. Dazu kommt die Geburtshilfe mit entsprechender Vor- und Nachsorge. „Außerdem führen wir zahlreiche Impfungen gegen Tetanus durch“, erzählt Gbemu. „Abgesehen von den dringend notwendigen Impfungen für Babys und Kleinkinder.“ Wasser für die Gesundheitsstation kommt aus einem Brunnen, Strom wird für einige Stunden per Solarenergie erzeugt. „Das ist alles nicht so schlimm“, meint Alain Sohoume. „Schlimmer ist, dass wir für unsere zehn Betten nur fünf Matratzen haben. Die bekommen dann zuallererst die Gebärenden. Aber das ist natürlich kein Zustand!“

Zusätzlich zu der akuten Behandlung wird in Kativou die Vorsorge großgeschrieben. Dafür gibt es außer von der Norddeutschen Mission auch Unterstützung von der Schweizer Stiftung Morija. Geschulte Freiwillige gehen in die Dörfer der Umgebung, um die Bevölkerung über die Vermeidung von Krankheiten zu informieren. Außerdem umfasst dieses Präventiv-Programm den Schutz des Wassers, des Bodens und der Pflanzen- und Tierwelt. Schließlich dient die Kampagne „Frauen und Kinder“ dazu, Mütter über Impfungen, gesunde Ernährung und Familienplanung, ebenso wie über die Notwendigkeit des Schulbesuchs zu informieren.

 
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