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Gesundheitsstation in Kativou / Togo (MP 1509)

Im letzten Jahr konnte endlich ein Brunnen an der Station gebohrt und so die Versorgung mit Trinkwasser verbessert werden.

Die Evangelische Kirche in Togo betreibt mehrere Gesundheitsstationen. Gerade in abgelegenen Gegenden bieten diese oft die einzige Möglichkeit für eine medizinische Behandlung.

„Es ist wirklich schwierig, nach Kativou zu kommen“, seufzt Dr. Daniel Adossi. „Das Dorf liegt im Distrikt Moyen-Mono. Von Notse aus braucht man noch drei Stunden mit einem geländegängigen Fahrzeug. Und in der Regenzeit sind die Pisten kaum noch zu befahren.“ Adossi ist Arzt im Bethesda-Krankenhaus am Agou-Berg und zusätzlich zuständig für alle Gesundheitsstationen der EEPT. Daher besucht er auch regelmäßig die Station in Kativou: „Aber wenn ich dann da bin und sehe, wie notwendig gerade dort die medizinische Versorgung ist, dann vergesse ich die mühsame Fahrt wieder.“

Im Distrikt Moyen-Mono leben 80.000 Menschen. Es gibt ein Krankenhaus in Tohoun und die Gesundheitsstation in Kativou. Das Personal dort besteht aus einem Krankenpfleger als verantwortlichem Leiter, einer Krankenschwester, zwei Hebammen, einem Apothekenhelfer und einer Laborantin. Sie alle wohnen direkt in der Station. „Es ist nicht einfach, gut ausgebildetes medizinisches Personal für unsere Stationen zu finden“, erzählt Dr. Adossi. „Gut 80 Prozent arbeiten in der Hauptstadt Lomé und in den anderen größeren Städten. Wer eine qualifizierte Ausbildung hat, will nicht auf dem Land wohnen. Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kommen aber damit klar, dass es hier kein fließendes Wasser gibt und der Strom mit einem Generator erzeugt werden muss. Sie identifizieren sich mit der Aufgabe, gerade in völlig unterversorgten Gegenden zu arbeiten. Das ist einfach großartig!“

Die Gesundheitsstation in Kativou besteht aus einem Kreißsaal, zwei Behandlungsräumen, einem Wartezimmer, zwei Patientenzimmern mit mehreren Betten, dem Labor und der Apotheke. Die Krankheiten, die hier behandelt werden, reichen von Malaria, Bluthochdruck, Cholera und Typhus bis zu starken Durchfällen, häufig verursacht von verunreinigtem Wasser. Dazu kommen schwierige Geburten und die entsprechende Vor- und Nachsorge.

„Allerdings gehen unsere Leute auch mit Vorsorgeprogrammen in die Dörfer der Umgebung“, berichtet Daniel Adossi und nennt drei Schwerpunkte. Beim Präventiv-Programm „Gesundheit und Hygiene“ geht es um Informationen über die Vermeidung von Krankheiten. „Umwelt“ umfasst den Schutz der Tier- und Pflanzenwelt, des Wassers und des Bodens sowie die Gefahren von Pestiziden. Die Kampagne „Frauen und Kinder“ hat mehrere Ziele. Zum einen sollen die Mütter über Impfungen, ausgewogene Ernährung und Familienplanung informiert werden. Zum anderen erhofft man sich durch entsprechende Informationsveranstaltungen eine Erhöhung der Einschulungsrate. Und schließlich geht es auch um Kinderhandel und Gewalt gegen Frauen.

„Das sind alles enorm wichtige Punkte“, meint der togoische Arzt. „Aber sie müssen auch finanziert werden. Wir brauchen Motorräder, um in die Dörfer zu gelangen, dazu das Benzin. Wir müssen die Behandlungsräume und die Wohnungen des Personals wegen des extremen Klimas regelmäßig renovieren. Und unsere Patienten können nicht viel bezahlen. Sie leben davon, Mais, Bohnen oder Erdnüsse anzubauen. Da das Klima sich verändert hat und der Boden zum Teil ausgelaugt ist, sinken aber die Erträge. Und die Preise sind auch gefallen. Das bedeutet für uns, dass wir für die medizinischen Behandlungen nicht immer die eigentlich notwendigen Gebühren nehmen können.“


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