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Friedensarbeit in Togo: MP 1911

Die Unterrichtsmaterialien werden in allen Schulen der beiden Kirchen eingesetzt.

In Togo ist der Demokratisierungsprozess längst noch nicht abgeschlossen. Es gibt weiterhin Auseinandersetzungen zwischen der Regierung und der Opposition über den richtigen Weg dorthin. Eine wichtige Rolle kommt dabei der Kirche zu.

Direkt gegenüber dem Gebäude der Kirchenleitung der EEPT, mitten in Togos Hauptstadt Lomé, hat das Ökumenische Netzwerk PAOET sein Büro. Dr. Prosper Deh schaut aus dem Fenster auf die belebte Straße. „Wir haben Glück gehabt. Die Kirche hat uns diese Räume zur Verfügung gestellt“, sagt er. „Wir arbeiten hier zu dritt. Ich bin der Koordinator, Pastor Godson Lawson von der Methodistischen Kirche ist vor allem für die Evaluierung unserer Arbeit zuständig, und dann haben wir noch eine Verwaltungskraft.“

In den 1990er Jahren entstand auf Initiative der Norddeutschen Mission (NM) ein Ökumenisches Netzwerk in Togo. 2011 wurde PAOET (Projet d‘Accompagnement Oecumenique pour le Togo - Ökumenisches Begleitprojekt für Togo) in seiner jetzigen Form gegründet. Getragen von der Evangelischen und der Methodistischen Kirche Togos wird das Projekt unterstützt von der NM, Brot für die Welt und der Schweizer Mission DM.

„Wir wollen den Kirchen in Togo dabei helfen, in dem schwierigen politischen Prozess in unserem Land eine sinnvolle und prophetische Rolle zu spielen“, beschreibt Deh die Aufgabe des Netzwerks. „Deshalb veranstalten wir regelmäßig Fortbildungen und Seminare mit jeweils bis zu 50 Teilnehmenden aus unseren Kirchen, die unsere zivilgesellschaftliche Verantwortung, aber auch unsere Rechte thematisieren. Dabei vermitteln wir außerdem Multiplikatoren-Techniken und verabreden am Ende des Seminars, an wen und wie die Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Inhalte weitergeben.“ Außerdem hat PAOET Unterrichtsmaterialien erstellt, die die biblische Sicht auf Versöhnung und Frieden, aber auch Themen wie „Gewaltfreiheit“ oder „Korruption“ zum Inhalt haben. Die Broschüren und Bücher sind auf Französisch und den togoischen Sprachen Ewe und Kabye erschienen und werden in allen Schulen der EEPT und der Methodistischen Kirche verwendet. „Besonders wichtig sieht das die EEPT für ihre Schulen im Norden an der Grenze zu Burkina Faso an“, sagt Prosper Deh. Da von dort aus der Islam nach Togo komme und auch muslimische Kinder die Schule besuchten, sei es sehr hilfreich, wenn das gewaltfreie Miteinander von Anfang an selbstverständlich werde.

Darüber hinaus beraten die PAOET-Mitarbeiter ihre Kirchenleitungen bei der Analyse der politischen Lage in Togo. Die Kirchen führen regelmäßig Gespräche mit der Oppositionsseite ebenso wie mit Regierungsvertretern. Dafür und auch für das Formulieren von Hirtenbriefen stehen die Prosper Deh und Godson Lawson ihren Leitenden Geistlichen zur Seite.
„Ich hoffe sehr, dass unsere Arbeit weiter finanziert werden kann“, meint der Koordinator. „Wir benötigen Geld für die Seminare und die Herstellung der Arbeitsmaterialien. Aber es lohnt sich. Gerade hat eine weitere Kirche Interesse daran bekundet. Und wir möchten weiterhin unseren Beitrag zur Stärkung der Rechtsstaatlichkeit, des Friedens und der Versöhnung in Togo leisten.“
 
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