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Frauenarbeit in Togo (MP 1807)

Martine Karma arbeitet schon seit über 20 Jahren für die Evangelische Kirche.
Die Säuglinge werden regelmäßig gewogen um festzustellen, ob sie sich richtig entwickeln.

Die Arbeit mit Frauen ist für die Evangelische Kirche in Togo ein Schwerpunkt. In der Region Kara im Norden des Landes sind die Voraussetzungen allerdings nicht einfach.

Martine Karma nimmt sich gern die Zeit, um ihre Arbeit zu erklären. Schließlich ist COPFEDES, der „Evangelische Frauenverband für Entwicklung und Solidarität“, zu einem Erfolgsmodell in ganz Togo geworden. „Wir sind besonders in den Regionen aktiv, die nicht viel Infrastruktur haben“, erzählt die Katechistin. „Es geht uns darum, möglichst vielen Frauen Grundkenntnisse in Ernährung, Hygiene und Gesundheit zu vermitteln. Außerdem organisieren wir Alphabetisierungskurse, denn häufig sind gerade Frauen in ihrer Kindheit nicht lange zur Schule gegangen. Da gilt es, etwas nachzuholen. Wir bieten auch Programme für Kinder an und informieren über Bürgerrechte.“

Im Gespräch mit der 52-Jährigen wird allerdings deutlich, dass sie hier in Kara unter besonderen Bedingungen arbeitet. Die Region liegt 380 Kilometer von der Küste und der Hauptstadt Lomé entfernt. Der Boden ist nicht sehr fruchtbar, viele Menschen verlassen die Gegend und gehen in den Süden. Andere ziehen nach und versuchen, auf den scheinbar aufgegebenen Flächen Landwirtschaft zu betreiben. Kehren die ursprünglichen Besitzer zurück, zum Beispiel wegen einer Beerdigung, kommt es regelmäßig zu Eigentumsstreitigkeiten.

„Für uns bedeutet das, dass wir manchmal nicht wissen, mit wem wir hier etwas längerfristiger arbeiten können“, erläutert Martine Karma. „Außerdem haben die Menschen im Norden sowieso eine etwas andere Mentalität als im Süden. Sie sind traditioneller eingestellt, tun sich schwer mit Neuerungen. “Trotzdem hat das vierköpfige Team von COPFEDES, das auch von Brot für die Welt unterstützt wird, schon viel auf die Beine gestellt. „Wir arbeiten insgesamt in acht Dörfern“, so Karma. „Jedes Dorf hat etwa 600 Einwohnerinnen und Einwohner. Und wir haben es geschafft, dass in allen jeweils bis zu 50 Frauen aktiv sind. Das geht natürlich nur, indem wir sie eng begleiten. Glücklicherweise haben wir aber drei Motorräder und sind so meistens in der Lage, zu den Dörfern zu gelangen.“

Trotzdem ist die Katechistin noch nicht am Ziel. Sie wünscht sich, dass noch mehr Kirchengemeinden Verantwortung übernehmen und sich engagieren. „Aber ich gebe nicht auf“, sagt sie. „Für unsere Kinder sollten wir alles tun. Deshalb habe ich auch, nachdem mein Kind groß war, noch einen Jungen und zwei Mädchen adoptiert. Ich möchte ihnen zeigen, dass wir alle etwas für eine bessere Welt tun können.“

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