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Dorfentwicklung in Guerinkouka/Togo: MP 1701

Gemeinsam mit ihrem Assistenten erklärt Christine Dzamessi die Bedeutung von sauberem Trinkwasser.

In Togo gibt es viele Gebiete, die kaum Infrastruktur haben. Die Eglise Evangélique Presbytérienne du Togo (EEPT) hat es sich zur Aufgabe gemacht, gerade dort etwas zu tun.

Christine Afi Dzamessi wischt sich den Schweiß von der Stirn. Es ist heiß in Guerinkouka, einem Distrikt in der Zentralregion Togos an der Grenze zu Ghana. Christine Dzamessi ist die Verwaltungschefin dieser Region der Kirche und daher auch zuständig für das Programm, das die EEPT für den Distrikt entwickelt hat.„Ich komme regelmäßig nach Guerinkouka, um Vorträge zu halten und Fortbildungen anzubieten“, erzählt sie, „Auch wenn das 60 Kilometer sind von Sokodé, dem Hauptsitz der Region und meinem Wohnort, bis hierher.“ Sie steht um vier Uhr auf, organisiert den Haushalt, plant den Tag und sorgt dafür, dass ihre beiden 12 und 17 Jahre alten Töchter pünktlich um sechs Uhr das Haus verlassen, um zur Schule zu gehen.

Andere Gemeinden, die die EEPT-Mitarbeiterin betreut, kann sie mit dem Motorrad besuchen, für Guerinkouka braucht sie das Auto der Kirche.Hier richtet sich die Arbeit der EEPT an verschiedene Gruppen. Bei den Frauen geht es häufig um gesundheitliche Themen wie die Ernährung von Kleinkindern oder Fragen der Hygiene. Es geht aber auch darum, Fertigkeiten zu vermitteln, mit denen die Frauen etwas zum Familieneinkommen beitragen können. „Wenn die Männer mit dazu kommen, ist es oft technischer“, meint die Verwaltungschefin. „Dann sprechen wir über Gemeindeorganisation, sauberes Wasser und Wiederaufforstung.“ Zusätzlich werden für alle regelmäßig Alphabetisierungskurse angeboten, denn viele Erwachsene in dieser – auch für togoische Verhältnisse abgelegenen – Gegend ohne Infrastruktur sind als Kinder, wenn überhaupt, nur kurz zur Schule gegangen. „Die Menschen hier sprechen ausschließlich Konkomba“, erzählt Christine Dzamessi. „Wir unterrichten deshalb zusätzlich auch Französisch. Das ist sehr wichtig, damit sie in der Lage sind, mit staatlichen und nicht-staatlichen Organisationen zu kommunizieren, die ihnen bei ihren Anliegen, zum Beispiel beim Bau von weiteren Schulen, helfen können.

“Die Arbeit im Distrikt sei sehr anstrengend, aber auch unglaublich motivierend, meint die EEPT-Mitarbeiterin: „Vor kurzem fiel mir z. B. auf, dass eine Frau, die sonst immer mit ihrem Kind zu unseren Versammlungen kommt, dieses Mal nicht dabei war. Ich bin daher zu ihr nach Hause gegangen, wo sie am Bett ihres Sohnes saß, der lebensbedrohlich erkrankt war. Er hatte Anämie. Ich habe ihn sofort ins Krankenhaus gebracht, wo er gerettet werden konnte. Und seitdem spreche ich in den Gruppen auch über Blutarmut und wie man die ersten Anzeichen erkennen kann.“Gegen 19 Uhr ist Christine Dzamessi wieder zu Hause in Sokodé und isst gemeinsam mit ihren Töchtern, die um 17 Uhr aus der Schule gekommen sind. Und dann geht es früh ins Bett, denn um vier Uhr ist die Nacht vorbei. „Eigentlich habe ich einen Monat Urlaub, um mich zu erholen“, sagt die Verwaltungschefin. „Aber ich nehme nie alles, weil einfach zu viel zu tun ist.“

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