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Die "Jungen Frauen" in Togo (MP 1102)

Vielen Frauen wird geholfen, das Einkommen der Familie zu verbessern.

Frauen stellen in den meisten Kirche mehr als die Hälfte der Mitglieder – so auch bei der Evangelischen Kirche von Togo. Viele organisieren sich in den Gemeinden in festen Gruppen, um sich gegenseitig zu unterstützen und miteinander zu lernen.

„Unser Ziel ist es, christliche Frauen dabei zu unterstützen ihren Wert, ihre Würde zu erkennen und so ihren entsprechenden Platz in der Familie, der Kirche und der Gesellschaft einzunehmen", sagt Yawa Tay-Adjolla, die Leiterin der „Jeunes Femmes" (Junge Frauen) sehr klar und selbstbewusst. „Dabei geht es immer auch um eine persönliche Entwicklung. Wir wollen die Frauen fördern, in materieller und spiritueller Hinsicht."

Bereits 1964 schlossen sich aktive Frauen innerhalb der Eglise Evangélique Presbytérienne du Togo (EEPT) zusammen. Es gibt diese Gruppen jetzt nahezu in jeder Gemeinde der EEPT, die Zusammenkünfte finden zwei bis drei Mal pro Woche statt. Das Programm ist vielfältig: es umfasst Bibelarbeiten, Gebete und Chorproben ebenso wie ganz praktische Informationen oder das Lernen von Fertigkeiten, die den Frauen das tägliche Leben erleichtern. Weitergeben wollen die „Jungen Frauen" ihr Wissen auch – meist innerhalb der Gemeinde - durch Sketche, Theateraufführungen oder Gesprächsabende.

„Wir halten die Balance zwischen der Förderung unserer Mitglieder und der Hilfe für andere", meint Yawa Tay-Adjolla. „Das sieht dann ganz konkret so aus, dass wir zum Beispiel einerseits Alphabetisierungskurse für unsere Frauen in Französisch und Ewe organisieren, andererseits in die Krankenhäuser gehen und die Seelsorger unserer Kirche bei Krankenbesuchen unterstützen." Wichtig sei ihr die Verbindung von christlichem Glauben und praktischem Tun. Das schlägt sich auch in dem Programm nieder, das die 49jährige für das Jahr 2010 aufgestellt hat. Der spirituelle Bereich umfasst Themen wie „Der Heilige Geist" oder „Wahrheit, Gerechtigkeit und Versöhnung", bei den Informationsabenden geht es zum Beispiel um Kinderrechte oder Aids. „Für mich ist auch immer wichtig, die Beziehung zwischen Mann und Frau im Blick zu haben", ergänzt die Leiterin. „Ich selbst habe mich nach meiner Ausbildung zur Deutsch-Lehrerin intensiv mit Paar-Beratung beschäftigt. In unserer Gesellschaft ist im Verhältnis zwischen den Geschlechtern einiges im Umbruch. Meine zwölfjährige Tochter wächst mit anderen Einflüssen auf als ich oder erst recht als meine Mutter. Hier bedarf es oft der Vermittlung oder auch Ratschlägen, damit die Paare dauerhaft respektvoll miteinander umgehen."

Manchmal geht es aber auch um die finanzielle Seite des Zusammenlebens. Viele Frauen brauchen eine Möglichkeit, das Einkommen der Familie zu verbessern. Daher bieten die „Jungen Frauen" Workshops an, in denen bestimmte Fertigkeiten wie das Herstellen von gut verkäuflichen Speisen und Getränken, erlernt werden. „Unsere Arbeit ist wirklich sehr vielfältig", meint Yawa Tay-Adjolla. „Wir möchten auf die Bedürfnisse unserer Mitglieder eingehen. Und da im ganzen Land etwa 2000 Frauen aktiv dabei sind, kann man sich vorstellen, wie unterschiedlich die Angebote sind." Sie weiß, wovon sie spricht, schließlich ist sie regelmäßig in Togo unterwegs, um Gruppen in allen sechs Kirchenregionen zu besuchen. „Leider ist allerdings unsere finanzielle Basis bescheiden", bedauert die Leiterin der „Jeunes Femmes". „Wir erheben einen geringen Mitgliedsbeitrag und bekommen manchmal eine Kollekte. Aber das reicht natürlich nicht für all das, was wir vorhaben."

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