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Diakonie/Togo: MP 2007

Besonders in den Städten, wo der Zusammenhalt der Großfamilie inzwischen fehlt, wird die Arbeit von Pastor Amedodji gebraucht.

Menschen, die krank sind, im Gefängnis sitzen oder sich in einer persönlichen Krise befinden, brauchen Unterstützung. Die Evangelische Kirche in Togo bietet ihre Hilfe an.

Pastor Koffi Amedodji hat es nicht leicht. Wie auch? Als Verantwortlicher für die Diakonie ist er praktisch qua Amt tagtäglich mit den Nöten der Menschen konfrontiert. Trotzdem wirkt er nicht deprimiert. Ernst, konzentriert ja - deprimiert oder gar verbittert nein. „Die Leute hier haben viele Probleme“, meint er. „Und man kann genau sehen, wie die Seele und der Körper zusammenhängen. Sind die Sorgen zu groß, ist auch das Immunsystem schlecht, und die Betroffenen werden krank.“

Amedodji und seine vier Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind in Schulen, Krankenhäusern und Gefängnissen unterwegs. Vor allem sind sie als Seelsorger gefragt. Manche Menschen wollen gemeinsam in der Bibel lesen oder beten, andere suchen jemanden, mit dem sie über ihre Sorgen sprechen können. „Das können familiäre Probleme sein“, erläutert der Pastor, „aber auch finanzielle. Nicht selten hat jemand einen Kredit aufgenommen und kann ihn nicht zurückzahlen, da die wirtschaftliche Lage in Togo nach wie vor schlecht ist. Dann entsteht ein enormer Druck, und die Betroffenen wissen einfach nicht mehr, was sie tun sollen.“

Im Gefängnis geht es darum, dass einige der Insassen an Tuberkulose oder HIV/Aids erkrankt sind und ihre Familien sich deshalb zurückziehen. Dann ist das Seelsorge-Team der einzige Kontakt nach draußen. Zusätzlich zum Angebot, miteinander zu sprechen, haben die Diakonie-Mitarbeiter bei den Besuchen auch Medikamente, Seife und Lebensmittel dabei. Das Gleiche gilt für Patienten in Krankenhäusern, die keine Angehörigen haben, die sich um sie kümmern.

„Der Bedarf ist enorm, im ganzen Land“, seufzt Amedodji. „So sind wir auch für den Norden zuständig, aber das ist sehr weit. Das Dienstfahrzeug ist so alt, dass man damit nicht mehr bis nach Kara fahren kann. Also müssen wir Motorrad-Taxis nehmen. Aber selbst das geht nur, wenn dafür Geld vorhanden ist.“ Der Pastor bietet daher zunehmend Seminare für Mitarbeitende in kirchlichen Gesundheitsstationen an. In der Hoffnung, dass sich die Arbeit der Diakonie in Zukunft auf mehr Schultern verteilt.

„Aber wir sind auch für Menschen in Krisen da, die nicht im Krankenhaus oder im Gefängnis sind“, so Koffi Amedodji. „Vor einiger Zeit bekam ich beispielsweise einen Anruf aus Frankreich. Dort war der Sohn eines togoischen Ehepaars, das in Lomé wohnt, gestorben. Für die Frau war das sehr schlimm. Sie wollte lange niemanden sehen, hat viel geweint und mit Gott gehadert. Da war ich dann als Trauerbegleiter gefragt.“

Wichtig ist dem Pastor, dass er nie allein zu einem Menschen geht, der in Not ist. Er wolle so deutlich machen, dass die Hilfe keine individuelle sei, sondern die der Gemeinschaft. „Und auch wir bekommen etwas zurück. Manchmal erhalten wir sogar Dankschreiben. Die sammle ich alle“, sagt er mit einem leisen Lächeln.

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