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Weiterführende Schule in Tado / Togo (MP1301)

Schülerinnen und Schüler aus ärmeren Familien erhalten in Tado ein Stipendium und können so die Schule besuchen.

Bildung ist der Schlüssel für Entwicklung. Daher bemüht sich die Evangelische Kirche von Togo (EEPT), Schulen aufzubauen und den Menschen Entfaltungsmöglichkeiten zu bieten – gerade auch in entlegenen Gebieten.Tado liegt etwa 80 Kilometer östlich der Provinzhauptstadt Notsé in einem Gebiet mit sehr wenig Infrastruktur. „Eigentlich befinden wir uns im 21. Jahrhundert, aber in der Realität sind wir es hier in der Gegend nicht“, sagt Kofi Dakpe. Er ist Lehrer für Naturkunde am kirchlichen Gymnasium von Tado. „Allein, was die Behandlung der unterschiedlichen Geschlechter angeht. Es ist eh nicht leicht, die Eltern zu überzeugen, dass sie ihre Kinder zur Schule schicken sollen. Aber wenn, dann schicken sie die Söhne. Die Töchter kommen in deutlich geringerer Zahl. Glücklicherweise bezahlt die NM mit Hilfe von Spenden einige Stipendien für Mädchen.“

Insgesamt leide die Gegend, nicht nur die Schule, an einer unausgewogenen Zusammensetzung, meinen auch andere Lehrer. Die Väter und Söhne verlassen ihre Dörfer, die Mütter und Töchter bleiben zurück. Viele junge Männer gingen in die Elfenbeinküste oder nach Nigeria - im Irrglauben, dort eine gut bezahlte Arbeit zu finden.Kofi Gato, Lehrer für Geschichte und Geographie, erzählt von einem Schüler aus seiner Klasse: „Tsayo ist sehr intelligent und hätte es weit bringen können. Stattdessen bricht er die Schule ab und will jetzt als Landarbeiter, als Tagelöhner arbeiten. Natürlich hat das den Hintergrund, dass die Familie Geld braucht. Wenn besondere Schwierigkeiten auftreten, zum Beispiel, dass jemand krank wird und behandelt werden muss oder Medizin braucht, dann reicht das Geld einfach nicht. Aber das hat gleichzeitig zur Folge, dass die Analphabetenrate in dieser Gegend steigt und die Jugendlichen ihre Chance, die Bildung für sie bedeuten würde, nicht wahrnehmen. Wir Lehrer haben deshalb schon begonnen, mit unseren eigenen Mitteln Medikamente für unsere Schülerinnen und Schüler zu kaufen. Glücklicherweise gibt es neuerdings auch Stipendien für Jungen.

“Trotzdem lässt sich das Kollegium (12 Lehrer, eine Lehrerin) nicht entmutigen und setzt sich weiter für die Entwicklung der Schule ein. Mittlerweile werden über 350 Schülerinnen und Schüler unterrichtet, 2013 werden das erste Mal Abiturprüfungen in Tado direkt abgenommen. Bisher musste man den Abschluss in der Stadt machen. Auch die Verwaltung aller EEPT- Schulen weiß um die besondere Lage in Tado und bemüht sich um Unterstützung. Allerdings ist es nicht leicht, gute Lehrer hierher zu schicken. Manche Kollegen würden die Versetzung als Bestrafung empfinden, meinen die Lehrer des Gymnasiums. Die mangelnde Infrastruktur, eine andere ethnische Gruppe – man fühle sich hier leicht isoliert. „‘Habt Ihr Euch das auch gut überlegt?‘ werden sie vorher gefragt. Oder: ‘Das ist der siebte Kontinent. Ein abgeschlossenes Gebiet, völlig vergessen vom Staat.‘“

Kofi Gato schüttelt den Kopf. „Aber die Kirche sollte immer nah bei den Menschen sein. Deshalb sind wir hier. Und unser Auftrag besteht darin, diese Schule zu einem Erfolg zu machen. So motivieren wir die Schülerinnen und Schüler zum Beispiel, mehr Französisch zu sprechen. Nur dann können sie mit anderen, die nicht von hier kommen, kommunizieren, können entsprechende Materialien verwenden. Und dieses Bewusstsein weitet sich ganz langsam auch in ihren Familien aus.“Auch die Ausstattung der Schule verbessert sich in kleinen Schritten. Bisher stehen drei Computer zur Verfügung. Allerdings ist Strom häufig nur von 18 Uhr bis 23 Uhr vorhanden, also in einer für die Schüler eher ungünstigen Zeit. Deshalb möchte das Kollegium einen Generator anschaffen und denkt über Solarenergie nach.

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