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Collège Protestant in Lomé-Agbalépédogan/Togo (MP 0308)

Die Gebäude der Schule wurden in moderner Lehmbauweise errichtet.

Gute Schulen sind die Basis für eine umfassende Ausbildung von Kindern und Jugendlichen – ganz besonders in einem Entwicklungsland. Auch der Evangelischen Kirche von Togo liegt dieses Thema sehr am Herzen.

Agbalépédogan gehört zu den eher ärmeren Vierteln von Lomé, der Hauptstadt Togos. Bewusst entschloss sich die Eglise Evangélique Presbytérienne du Togo (EEPT), hier eine Schule zu gründen. "Das Erdgeschoss wurde 1996 mit Mitteln der Kirchenleitung gebaut", berichtet Pastor Félix Essovi Tsogbale, Direktor der Schule. "Die erste Etage haben wir dann später mit eigenen Finanzen und handgepressten Lehmziegeln selbst fertig gestellt." Heute ist die Schule ein Collège, also ein Gymnasium, 2003 werden die ersten der 661 Schülerinnen und Schüler ihre Abitur-Prüfung ablegen.

"Unsere Jungen und Mädchen kommen aus armen Familien und können deshalb nur 80.000 CFA (122 EUR) Schulgeld pro Jahr bezahlen", erzählt Pastor Tsogbale. "Aber wir sind selbst initiativ geworden. Gemeinsam mit den Schülern betreiben wir kleine einkommensschaffende Projekte im Bereich Wiederaufforstung, Gartenbau, Pilz- und Fischzucht. Das steigert die Einkünfte der Schule ein wenig, und die Jugendlichen lernen etwas, um später selbst für ihren Lebensunterhalt aufkommen zu können." Trotzdem funktioniert die Schule nur, weil das Team der 47 Lehrer und Angestellten überdurchschnittlich engagiert ist. Für sie sei die Arbeit in Agbalépédogan ein Zeichen der Solidarität mit sozial Schwachen und ein Ausdruck ihres christlichen Glaubens, so der 47-jährige Leiter der Schule. Und er fügt hinzu: "Wir sind eben keine staatliche Schule. Unsere Inhalte sind andere, jedenfalls teilweise, wir haben einen Seelsorger und kümmern uns intensiv um unsere Mädchen und Jungen. Kranke Schüler werden von den Lehrern zu Hause besucht. Haben die Familien außergewöhnliche Belastungen, zum Beispiel Beerdigungen auszurichten, die bei uns in Afrika ja einen erheblichen Geld- und Arbeitsaufwand bedeuten, steht ihnen die Schule zur Seite. Umgekehrt engagieren sich die Eltern sehr für Schulangelegenheiten, und am Ende des Schuljahres zählen die Resultate unseres Collèges zu den besten im Land."

Trotzdem hat der Direktor Sorgen: "Neben der Knappheit der Unterrichtsmaterialien und Schulausstattung bleiben die Lehrergehälter unser größtes Problem. Der Staat ist verpflichtet, einen bestimmten Anteil zu übernehmen, ist aber wegen der wirtschaftlichen Krise drei Monate im Rückstand. Bisher sind unsere Lehrer aus Solidarität in Agbalépédogan geblieben, aber manchmal frage ich mich, wie lange sie das ihren Familien noch zumuten können."

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