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Bibliahabobo / Togo (MP 1202)

Fast alle Frauen der Eglise Evangélique Presbytérienne du Togo sind in Frauengruppen organisiert.

Innerhalb der Eglise Evangélique Presbytérienne du Togo gibt es mehrere Frauenorganisationen. Die älteste und größte ist die „Bibliahabobo“. Dem Ewe-Wort nach geht es um Bibelstudien, im Gemeindealltag haben die Mitglieder aber inzwischen auch noch ganz andere Aufgaben übernommen.

Abla Zokpo streicht ihr Kleid glatt: „Ich bin nicht verheiratet und im Moment arbeitslos. Also habe ich Zeit, mich ehrenamtlich zu engagieren. Und das tue ich natürlich bei der Kirche. Das war für mich immer klar.“ Abla Zokpo hat ein großes Betätigungsfeld gefunden. Sie ist beim Frauenverband „Bibliahabobo“, seit 2007 ist sie sogar die Präsidentin.

Praktisch in jeder Gemeinde der Evangelischen Kirche von Togo gibt es eine „Bibliahabobo“-Gruppe. Die Frauen treffen sich meist mehrmals in der Woche. „Wir machen ganz verschiedene Dinge“, erzählt Frau Zokpo. „Ein Tag ist für Bibelarbeiten reserviert. Wir lesen in der Bibel und tauschen uns darüber aus, was die gelesenen Abschnitte für unser praktisches Leben bedeuten. Außerdem unterstützen wir in unseren jeweiligen Gemeinden die Katechisten und Pastoren. Deren Aufgaben sind ja so vielfältig, und oft sind sie für mehrere Gemeinden zuständig – da können sie jede Hilfe gebrauchen. Dadurch sind wir natürlich sehr in das Gemeindeleben involviert.

“Die „Bibliahabobo“-Gruppen haben aber auch eine ganz praktische Seite. Gemeinsam stellen die Frauen Seife und Nahrungsmittel her, manche haben ein Feld, das sie zusammen bebauen. Einige sind sogar in der Tierzucht aktiv. Das bedeutet für die Mitglieder zum einen die Möglichkeit, für ihren Lebensunterhalt und den ihrer Familien etwas dazu verdienen zu können. Zum anderen kommt ein Teil der finanziellen Einkünfte oder der Naturalien den Bedürftigen in den Gemeinden zugute. „Bei uns gibt es ja keine organisierte Sozialarbeit vom Staat“, erklärt Abla Zokpo. „Aber wir in der Kirche, wir kümmern uns. Es leben ja in jeder Gemeinde Menschen, die wirklich sehr arm sind. Und nicht immer gibt es Familienmitglieder, die helfen können. Dann sind wir gefragt.

“Abgesehen von der regelmäßigen Hilfe für die Armen käme es auch immer wieder zu akuten Notfällen, berichtet die Präsidentin. Die Veränderung des Klimas führe zu größeren Überschwemmungen und damit zur Zerstörung von Häusern und Feldern. Auch in diesen Fällen hilft der Frauenverband den Betroffenen. Oder neulich erst, da sei das Haus einer alleinstehenden Frau abgebrannt. Die Bibliahabobo-Gruppe der regionalen Gemeinde war zur Stelle mit Decken und weiterer Hilfe.

Regelmäßig führt der Verband große mehrtägige Treffen durch, abwechselnd auf regionaler und auf landesweiter Ebene. Dabei werden sowohl theoretische Aspekte, wie die jeweiligen Synodenthemen diskutiert, als auch Workshops angeboten, in denen neue Techniken für Einkommen schaffende Projekte vorgestellt werden. „Da treffen sich dann Frauen aus über 300 Gruppen“, erzählt Abla Zokpo begeistert. „Der Austausch ist jedes Mal wieder sehr spannend. Deshalb wollen wir allen Interessierten die Teilnahme ermöglichen. Wir versuchen die Beiträge für die Camps so niedrig wie möglich zu halten, indem wir vorher Privatpersonen um Nahrungsmittelspenden bitten. Dennoch kann es sein, dass eine Frau den Beitrag nicht bezahlen kann. Dann darf sie trotzdem teilnehmen.“

Für die Präsidentin des Frauenverbands ist klar: „Wir müssen auch vermehrt die jüngeren Frauen ansprechen, die bisher nicht so zahlreich zu uns kommen. Ein Minister hat mal gesagt, der „Bibliahabobo“-Verband sei das Rückgrat der Kirche. Wir selbst sehen uns als Säule der Kirche – und das wollen wir gern bleiben.“

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