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Bekämpfung von Kinderhandel / Togo (MP 1208)

Die Kinder führen Sketche über den Kinderhandel auf und informieren so die Eltern.

In der Evangelischen Kirche von Togo (EEPT) gibt es mehrere Frauenverbände. COPFEDES hat sich besonders die Entwicklung im ländlichen Bereich als Aufgabe gestellt. Ein Zentrum befindet sich in Sokodé.

Christine Dzamessi ist die Leiterin der Zweigstelle Sokodé von COPFEDES, einem Frauenverband der Evangelischen Kirche von Togo. „Genauer gesagt, Verband für Frauen und Kinder. Und damit auch für die ganze Familie“, sagt sie verschmitzt. „Über die Frauen und Kinder erreicht man auch die Männer, die sich sonst mit bestimmten Themen nicht auseinandersetzen würden.“

Hier in Sokodé, in der Zentralregion Togos, ist man weit weg von der Hauptstadt Lomé. Es gibt nicht viele Organisationen, die Bildungsarbeit machen. Um so wichtiger, dass die Kirche sich in allen Regionen des Landes engagiert. „In dieser Region arbeiten wir in den Dörfern mit zwölf Frauengruppen“, erzählt Christine Dzamessi. „ Drei Spielplätze für Kinder konnten wir in der letzten Zeit bauen. Und von hier aus gehen wir auch nach Kara, in die Nordregion, mit unseren Angeboten.“

Schon länger befasst sich COPFEDES mit dem Thema „Kinderhandel/Kinderarbeit“. Die Lage habe sich etwas verändert, berichtet die Mitarbeiterin. Vor Jahren habe es zahlreiche gewerbliche Kinderhändler gegeben, die den Eltern Geld gaben und versprachen, ihre Kinder in die Nachbarländer zu bringen und ihnen dort zu einer Ausbildung zu verhelfen. „In Wirklichkeit mussten sie dort schwere Arbeiten verrichten und wurden ausgebeutet“, Christine Dzamessi schüttelt den Kopf. „Jetzt ist die Situation anders, aber auch nicht besser. Es braucht kaum noch professionelle Kinderhändler. Das System funktioniert über die älteren Geschwister.“ Die Jugendlichen gehen freiwillig, weil sie glauben, woanders gut Geld verdienen zu können. Manchmal nehmen sie die jüngeren Geschwister gleich mit. „Die andere Variante: die jungen Leute kommen zu Weihnachten nach Hause, um ihre Familie zu besuchen. Sie sind fein angezogen und haben ein Fahrrad oder Motorrad dabei,“ so die COPFEDES-Leiterin von Sokodé. „Das motiviert die Eltern dazu, ihnen die jüngeren Geschwister mitzugeben. Der Haken: die älteren haben nicht erzählt, wie viel und wie schwer sie arbeiten müssen oder dass das Geld aus kriminellen Geschäften oder Prostitution stammt. Und dass es nicht möglich ist, gleichzeitig noch zur Schule zu gehen, um einen Abschluss zu machen, wie viele Eltern glauben. Im Grunde werden die großen Geschwister so zu Kinderhändlern.“

Deshalb lässt die Kirche in ihrem Bestreben um Information und Aufklärung nicht nach. Auf den Spielplätzen und in den Frauengruppen  werden Sketche erarbeitet, die den Familien eindringlich das Problem der Kinderarbeit vermitteln. „Kinderhandel und Kinderarbeit sind Themen, die wir regelmäßig behandeln,“ sagt Christine Dzamessi. „Hinzu kommen zum Beispiel Kinderernährung oder Gewalt in der Familie. Wir schauen uns in jedem Dorf, in jeder Region genau um, bevor wir mit der Arbeit beginnen. So können wir jeweils da ansetzen, wo Information nötig ist. In der Gegend um Guerinkouka zum Beispiel haben wir uns besonders der Alphabetisierung von Frauen angenommen. Dort können jetzt viele lesen und schreiben. Und die Gemeinde wächst auch durch unsere Arbeit, es gab dort zahlreiche Taufen.“ Die COPFEDES-Mitarbeiterin ist froh über die Erfolge: „ Das ist wunderbar. Mithilfe des Evangelischen Entwicklungsdienstes und der Norddeutschen Mission sind wir weit gekommen. Aber wir haben auch noch viel Arbeit vor uns.“

Video: Kinder klären durch Theaterszenen über den Kinderhandel auf.

 

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