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Arbeit mit alten Menschen / Togo (MP 1303)

Die afrikanische Großfamilie zerbricht, immer mehr alte Menschen bleiben sich selbst überlassen.

Die Gesellschaft verändert sich, auch in Afrika. Die jüngere Generation kümmert sich nicht mehr automatisch um Eltern und Großeltern. Die Eglise Evangelique Presbytérienne du Togo (EEPT) hat daher eine Pastorin benannt, die die Arbeit mit alten Menschen aufbaut.

Christine Mensah ist eine beeindruckende Frau. Sie strahlt sehr viel Würde aus, ihre Augen verraten, dass sie schon viel gesehen hat in ihrem Leben. Trotzdem hat sie sich eine Lebendigkeit und Fröhlichkeit bewahrt, die ansteckend ist. Seit einiger Zeit ist die Pastorin bei der Evangelischen Kirche von Togo - neben ihrer Tätigkeit in einer Gemeinde in Lomé - für die Arbeit mit alten Menschen zuständig.

Nach ihrem Theologie-Studium hat sie eine entsprechende Zusatzausbildung in Straßburg absolviert. „In Europa denken die meisten Menschen, dass in Afrika alle in der Großfamilie zusammenleben würden“, meint Christine Mensah. „Das war früher auch so. Aber das hat sich mittlerweile geändert. Die Jungen ziehen weg und lassen die Alten allein. Das Leben ist teuer, und niemand hat Zeit, sich um die Großeltern zu kümmern. Auch in der afrikanischen Gesellschaft geht die Tendenz in Richtung Kleinfamilie.“

Und so, berichtet sie weiter, seien auch die alten Menschen zu einer Zielgruppe der kirchlichen Sozialarbeit geworden. Einige würden allein ohne ihre Kinder leben, andere ein extrem niedriges Einkommen von weniger als 5 Euro im Monat zur Verfügung haben,  wieder andere sind ernsthaft erkrankt. „Man möchte Geld sparen und geht dann auf den Markt, um Medikamente zu kaufen“, so die Pastorin. „Die sind zwar billiger als in der Apotheke, aber meistens gefälscht und deshalb wirkungslos oder sogar gefährlich. Neulich haben sich einige ältere Kranke schlechte Infusionen gekauft und sind daran gestorben.“ Andere würden aus finanziellen Gründen den Besuch im Krankenhaus so lange wie möglich hinauszögern und traditionelle Heilmethoden anwenden. Bei schweren Krankheiten sei das aber auch keine Lösung.

Christine Mensah hat nun begonnen, regelmäßig alte Menschen, die in Not sind, zu besuchen. Im Jahr 2011 konnte sie über 350 Männer und Frauen aufsuchen. „Es geht dabei erst mal darum, zuzuhören“, erzählt sie. „Viele sind einsam und brauchen jemanden zum Reden. Man muss sehr geduldig sein. Und dann vorsichtig herausfinden, welches die Hauptbedürfnisse sind. Manche brauchen einen Rat, manche benötigen Medikamente oder einen Arzttermin. Einige befinden sich in einem verwahrlosten Zustand, weil niemand nach ihnen sieht und sie die eigene Körperpflege nicht mehr allein schaffen. Manche sind in spirituellen Nöten, brauchen mich als Seelsorgerin oder wollen gemeinsam mit mir die Bibel lesen und beten. Andere haben tatsächlich so wenig Geld, dass ich ihnen damit etwas aushelfe. Allerdings ist mein Etat mit 80.000 FCFA (=120 Euro) im Monat  ziemlich gering. Damit muss ich auch meine kompletten Ausgaben wie zum  Beispiel Fahrtkosten abdecken.“

Zusätzlich zu den Hausbesuchen bietet die Pastorin eine Vortragsreihe für alte Menschen an. Einmal im Monat berichten Fachleute über verschiedene Gebiete. Bisher waren unter anderem ein Krankenpfleger, eine Ernährungsberaterin, Ärzte und jemand vom Hygiene-Service eingeladen. „Das Angebot wird gut angenommen. Bisher waren 320 Menschen bei den Vorträgen“, freut sich Christine Mensah. „Ich denke allerdings schon weiter. Zum einen möchte ich in Zusammenarbeit mit den EEPT-Gemeinden auch außerhalb Lomés die Altenarbeit etablieren. Zum anderen hat mich ein Besuch bei der E.P.Church in Ghana in meiner Idee bestärkt, eine EEPT-Begegnungsstätte für alte Menschen aufzubauen. Das wäre so wichtig!“

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