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Arbeit mit alten Menschen / Togo MP 2003

Pastorin Mensah (rechts) hat im ganzen Land Altenclubs gegründet.

Auch in Afrika kümmert sich die jüngere Generation nicht mehr automatisch um Eltern und Großeltern. Daher hat die Evangelische Kirche von Togo eine Pastorin für die Arbeit mit alten Menschen benannt.

Wenn man in Lomé, der Hauptstadt Togos, durch die Straßen geht, sieht man nur wenige sehr alte Menschen. Das heißt nicht, dass es sie nicht gibt - aber sie leben eher zurückgezogen. Christine Mensah, Pastorin der EEPT, kennt die Situation genau. „Seit einigen Jahren kümmere ich mich um die ältere Generation“, erzählt sie. „Das war früher nicht nötig. Da gab es noch viele Großfamilien. Heute sind die Jungen mobiler, ziehen weg, wenn sie woanders eine Arbeit finden. Und das Leben ist teurer und schneller geworden, man hat weniger Zeit, sich um die Alten zu kümmern.“ Viele alte Menschen leben deshalb allein und haben sehr wenig Geld zur Verfügung. Sie haben Probleme, sich ausreichend zu ernähren. Ganz schwierig ist es, wenn sie krank werden. Es fehlt Geld für Medikamente, für eine Behandlung im Krankenhaus erst recht. Einsamkeit ist auch ein Problem.

Christine Mensah besucht viele von ihnen. Sie sorgt für die nötige Körperpflege und Hygiene, organisiert Medikamente und ist auch Seelsorgerin bei spirituellen Fragen. Gemeinsam mit den EEPT-Gemeinden hat sie Begegnungsstätten/Altenclubs aufgebaut, nicht nur in Lomé. „Mittlerweile sind es 27 in ganz Togo“, berichtet sie. „Aber ich komme so allmählich an meine Grenzen. Zum einen finanziell, in Bezug auf die Fahrtkosten, zum anderen, was meine eigene Kraft angeht.“ Sorgen machen ihr auch die Dementen unter den alten Menschen. Es sei leider immer noch so, dass viele Menschen in Togo glaubten, Demente seien Hexen. „Dann ist die Ausgrenzung noch größer“, seufzt die Pastorin.

Sehr deutlich sei ihr in letzter Zeit bei Gesprächen in den Gemeinden geworden, dass sich der Generationenkonflikt zuspitze. „Jugendliche glauben, sie würden nie alt“, stellt Mensah fest. „Sie haben kein Verständnis für alte Menschen. Hausmädchen wollen sich nicht mehr um die Großeltern in der Familie kümmern, in der sie angestellt sind. Und so kommt es immer wieder zum Streit.“ Die Pastorin lädt nun häufiger gezielt zu gemeinsamen Veranstaltungen für Jung und Alt ein. Man singt und tanzt, tauscht sich über das tägliche Leben aus. So soll langsam ein besseres Verständnis füreinander entstehen. Außerdem möchte Christine Mensah die mittlere Generation ansprechen und sie für die ehrenamtliche Arbeit mit alten Menschen gewinnen. Da gäbe es weniger Konflikte als mit den ganz Jungen, ist sie überzeugt.

„Und ich habe noch eine Idee, einen Wunsch“, ergänzt die Alten-Beauftragte. „Bisher finden die Begegnungen immer in den Gemeinden statt, weil das nichts kostet. Aber viele alte Menschen kommen kaum noch aus ihrem Viertel heraus. Manche haben noch nie das Meer und den Hafen gesehen. Ich würde sie deshalb so gern einmal zu einem Treffen an einem anderen Ort einladen, in das Seemannsheim in Lomé zum Beispiel.“

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