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Alphabetisierungsprogramm in Guerinkouka / Togo (MP 1405)

In Guerinkouka müssen die Frauen große Entfernungen zurücklegen, um Wasser zu holen.

Ein Schulbesuch ist in entlegenen Gegenden Togos nicht selbstverständlich. Die Eglise Evangélique Presbytérienne du Togo setzt sich deshalb auch für Alphabetisierungsprogramme ein.

„Wir waren schon verloren, aber jetzt gibt es Hoffnung“, sagt der Chef, das traditionelle Oberhaupt des Dorfes. Toni - das ist der Name des Dorfes - ist eins von fünf kleinen Dörfern im Distrikt Guerinkouka, in denen es EEPT-Gemeinden gibt. Der Distrikt liegt in der Zentralregion Togos, an der Grenze zu Ghana. Es ist eine sehr abgelegene Gegend, eine Infrastruktur gibt es kaum. Die Straßen sind in so einem schlechten Zustand, dass sie in der Regenzeit kaum zu passieren sind. In der Trockenzeit hingegen ist es derartig staubig, dass die Menschen an starkem Husten erkranken.

Nur in einem der fünf Dörfer Toni, Kissatine, Boudjal, Sandado und Kimoline, die von der ethnischen Gruppe der Konkomba bewohnt werden, gibt es eine Grundschule. Doch auch hier ist die Einschulungsquote nicht sehr hoch. Nach Meinung der Eltern kostet der Schulweg zusätzlich zum Unterricht zuviel Zeit. Die Kinder sollen stattdessen in der Landwirtschaft mithelfen. EEPT- Mitglieder aus den Dörfern haben sich jedoch zusammengeschlossen, um die Alphabetisierung dann wenigstens nachzuholen.

N’Koubala Koussandja hat die Ausbildung zum Erwachsenenlehrer gemacht. „Wir waren eine Gruppe von Frauen und Männern, die dieses Training durchlaufen haben“, erzählt er. „Es findet im Ort Kouka statt, das sind etwa 17 Kilometer von hier aus. Die Frauen sind alle zu Fuß gelaufen, einige Männer hatten ein Fahrrad.“ Da die Entfernung so groß ist, wurde die Ausbildung auf die Markttage gelegt, so dass die Teilnehmenden gleichzeitig auch noch ihre Geschäfte tätigen konnten.

„Wir haben uns dann auf drei der fünf Dörfer verteilt“,  berichtet Koussandja weiter. „Ich bin hier in Toni. Aber man muss immer zuerst mit dem Dorfchef reden. Nur wenn er das Anliegen unterstützt, hat es Aussichten auf Erfolg.“ Und der Erfolg hat sich bald eingestellt. 26 Erwachsene zwischen 20 und 40 Jahren nehmen zurzeit am Alphabetisierungsunterricht in Toni teil. Zehn von ihnen sind Frauen, 16 Männer. Der Kurs findet drei Mal in der Woche statt, mittwochs, freitags und samstags von jeweils 8 Uhr bis 12 Uhr. Ein Gebäude gibt es nicht, unterrichtet wird unter einem Baum.

„Und der Unterricht wird sozusagen vom Klima gesteuert“, lacht der Erwachsenenlehrer. „Wir können nur von März bis Juni unterrichten. Dann beginnt die Regenzeit, und alle müssen auf dem Feld arbeiten. Wir alle hier leben von der Landwirtschaft. Wir bauen Mais, Hirse, Bohnen und Baumwolle an.

“Der Alphabetisierungskurs ist kostenlos, denn die Erwachsenenlehrer machen die Arbeit ehrenamtlich, komplett ohne Bezahlung. Ihre Ausbildung übernimmt die Evangelische Kirche. „Wir unterrichten in Konkomba, das ist unsere Sprache. Wir haben auch die Bibel in einer Konkomba-Übersetzung. Und jetzt können die ersten Kursteilnehmer nach zwei Jahren richtig lesen“, freut sich N’koubala Koussandja. „ Das ist so schön zu sehen, was das für das Selbstbewusstsein und die Selbständigkeit der Menschen bedeutet. Sie können Dokumente lesen, können reisen und sich jederzeit informieren. Nun ist die Nachfrage so groß, dass wir das Programm auf weitere Dörfer ausweiten wollen.“ 

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