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Weiterführende Schule Mawuli / Ghana (MP 1201)

Der Speisesaal der Mensa wird nachmittags von den Schülerinnen und Schülern genutzt, um Hausaufgaben zu machen.

Die heutigen Schülerinnen und Schüler in Ghana werden als Erwachsene eine wichtige Rolle für die Entwicklung ihres Landes übernehmen. Um ihnen daher eine umfassende Ausbildung zu ermöglichen, betreibt die Evangelische Kirche Schulen,- wie die Mawuli-Schule in Ho.

John Mawusi Kwami Osei-Nyansah ist stolz auf seine Schule. „Im Februar 2010 bin ich hier Direktor geworden“, erzählt der 56jährige. „Das ist noch nicht so lange her. Aber die Mawuli-Schule ist mir schnell ans Herz gewachsen, und ich möchte hier etwas bewegen.“

Seit der Gründung 1950 ist die Schule sehr groß geworden, mittlerweile hat sie über 1900 Schülerinnen und Schüler, etwa ein Drittel sind Mädchen. Direktor Osei-Nyansah ist das Missverhältnis sehr bewusst: „Wir arbeiten daran, den Anteil von Schülerinnen zu erhöhen. Aber das ist nicht so einfach. Es waren mal mehr Mädchen. Dann mussten allerdings einige von ihnen die Schule verlassen, weil sie zu schlechte Zeugnisse hatten. Also müssen wir herausbekommen, woran das liegt. Werden sie durch bestimmte Lehrmethoden benachteiligt? Müssen sie zu Hause so viel mitarbeiten, dass zu wenig Zeit zum Lernen bleibt?“ Er will auf keinen Fall aufgeben. In seiner eigenen Familie habe er mit seiner Frau Janet auch darauf geachtet, dass ihre sechs Kinder – drei Jungen, drei Mädchen – die gleichen Bildungschancen erhielten.

Die Mawuli-Schule ist überregional bekannt, erzählt der Direktor. „Etwa 15.000 von unseren ehemaligen Schülern haben die akademische Laufbahn eingeschlagen, sind Ärzte und Ingenieure geworden. Manche sind in den USA oder in Europa. Wir haben ein hohes Ausbildungsniveau, und die Prüfungsergebnisse sind ausgezeichnet. Gleichzeitig haben wir aber auch die Probleme, die jeder hat, der mit Heranwachsenden arbeitet: es hapert manchmal an der Disziplin. Schüler lassen es an Achtung gegenüber den Lehrern mangeln oder verlassen ohne Erlaubnis für längere Zeit das Schulgelände. In diesen Fällen versuchen wir zuerst, mit Beratung, vielen Gesprächen und verstärkter Betreuung die Situation zu verbessern. Wenn das nicht funktioniert, müssen wir zu Strafen greifen, vom Hausarrest bis hin zum Ausschluss von der Schule.

“Osei-Nyansah, der selbst nicht in Ho, sondern etwas weiter nördlich, in Hohoe zur Schule gegangen ist, setzt sich dafür ein, dass der Lehrplan an der Mawuli-Schule über die Kernfächer hinaus erweitert wurde. Mittlerweile gehören auch Betriebswirtschaft, Sozialwesen und Grundkenntnisse der Landwirtschaft zum Unterrichtsstoff. „Damit haben unsere Schülerinnen und Schüler eine gute Ausgangsbasis“, meint er. „Sie haben eine Vorstellung von bestimmten Berufszweigen und können leichter entscheiden, welcher Weg der richtige für sie ist. Etwa die Hälfte unserer Abgänger gehen an die Universität, in die Lehrerausbildung oder ins Gesundheitswesen.

“Probleme bereiten allerdings die Ausstattung und die begrenzten Räumlichkeiten der Schule. Nur wenige der Schüler wohnen in Ho, die meisten, etwa 1700, sind im Internat untergebracht. Das bedeutet, man muss ausreichend Schlafräume, Küchen und Esssäle haben. Für die Gottesdienste gibt es bisher keinen Raum. Sie finden im Freien unter Bäumen statt. Gern würde die Schule mehr Schüler aufnehmen, der Bedarf ist da. Aber selbst jetzt kann es schon zu Engpässen kommen. „Neulich hatten wir einen Brand in einem Mädchen-Schlafsaal“, erzählt der Schulleiter. „Wir mussten natürlich ganz schnell renovieren, da es kaum Ausweichquartiere gibt. Glücklicherweise ist uns das mit Unterstützung der Norddeutschen Mission und der Vereinigung Ehemaliger Schüler auch gelungen.“

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