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Weiterführende Schule in Tatale / Ghana (MP 1101)

In Tatale besuchen heute 359 Mädchen und Jungen die weiterführende Schule.

In einem besonders schlecht versorgten Teil Ghanas betreibt die Evangelische Kirche eine weiterführende Schule. Sie ist die einzige Schule dieser Art für die Jugendlichen der Region.

Tatale liegt im Norden von Ghana in einem schwer zugänglichen Gebiet. „Die Gründung einer weiterführenden Schule gerade hier hängt im Grunde mit einem sehr traurigen Ereignis zusammen", erzählt der Schuldirektor Emmanuel Wuni. „1994 gab es einen schweren ethnischen Konflikt zwischen den Dagombas und den Konkombas. In der Folge war es für unsere Jugendlichen sehr schwierig, wenn nicht gar unmöglich, das entsprechende Gebiet zu durchqueren, um nach Yendi in die Schule zu gelangen. Nach vielen Gesprächen mit den traditionellen Oberhäuptern und der Bevölkerung in den Dörfern der Umgebung entschloss sich daher die E.P.Church, hier eine Schule zu bauen, die Tatale E.P. Agricultural Senior High School."

Die Kirche bekam 65 Hektar Land zur Verfügung gestellt und konnte die Schule im Februar 1998 mit 78 Schülern (57 Jungen und 21 Mädchen) eröffnen. In den vergangenen Jahren ist die Schülerschaft kontinuierlich angewachsen; heute zählt sie bereits 243 Jungen und 116 Mädchen im Alter von 17 bis 23 Jahren. „Das ist ein schöner Erfolg", meint Emmanuel Wuni. „Und das lässt den schwierigen Beginn vergessen. Wir Lehrer – außer mir sind hier noch 20 weitere beschäftigt – sind sehr stolz auf unsere Klassen. Fast alle Schüler schaffen den Schulabschluss, viele gehen danach an die Universität, manche sogar in die USA."

Die Senior High School läuft über drei Jahre und bietet zusätzlich zu den allgemeinen Lerninhalten Landwirtschaft und Hauswirtschaft an. Beide Fächer werden von den Schülern gut angenommen. Unterschiede zu einer staatlichen Schule sieht der 58jährige Direktor auf verschiedenen Gebieten. Die Ergebnisse bei den Prüfungen seien besser, Religion würde vermittelt, und die Schülerinnen und Schüler hätten eine bessere Lebenseinstellung, sie seien ernsthafter und friedvoller als anderswo. „Bei uns sind Christen in der Mehrheit, aber wir haben auch Muslime. Auch sie nehmen ganz selbstverständlich drei Mal wöchentlich an der Morgenandacht teil", erzählt er. „Das zeigt die Atmosphäre bei uns. Neben der Religion haben wir auch ethnische Unterschiede. Die Schülerinnen und Schüler gehören den Volksgruppen der Konkomba, Dagomba, Tchokossi und Bassar an. Trotzdem kommt es zu keinen Problemen. Auch beim Sport ziehen alle an einem Strang. Unsere Schulfußballmannschaft hat bei Turnieren schon einige Pokale gewonnen."

Unzureichend ist allerdings der Zustand der Gebäude. Die Klassenräume sind völlig überfüllt, die Schule würde gern zusätzliche bauen. Außerdem ist die Bibliothek zurzeit in einer Klasse untergebracht. Es fehlen ein eigener Raum und weitere Bücher. Eine Laboreinrichtung und Geräte und Werkzeuge für die landwirtschaftliche Ausbildung sind ebenfalls vonnöten. „Wir wollen natürlich das Niveau unserer Schule halten", meint der Schulleiter. „Und die allgemeinen Anforderungen an eine gute Ausbildung steigen ständig. Allerdings haben die Jugendlichen dann auch eine Chance auf einen Arbeitsplatz."

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