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SODIS - Programm in Ghana (MP 1810)

Auch die Schulkinder lernen, wie mit SODIS sauberes Trinkwasser hergestellt werden kann.

Eine der wichtigsten Voraussetzungen für Gesundheit ist sauberes Trinkwasser. Die Evangelical Presbyterian Church, Ghana präsentiert daher in ihren Gemeinden eine einfache Methode, um keimfreies Wasser herzustellen.

Jonas Dzodzodzi ist als „Laie“, also Nicht-Theologe, das dritte Mitglied der Kirchenleitung. Außerdem ist er verantwortlich für das SODIS-Programm. SODIS ist die Abkürzung für Solar Water Disinfection, eine sehr einfache, aber wirksame Methode, um Wasser zu reinigen. Sie wurde an der Hochschule Zürich entwickelt und wissenschaftlich geprüft. SODIS nutzt Solarenergie, um verunreinigtes Wasser trinkbar zu machen.

„Es funktioniert. Obwohl es wirklich verrückt klingt.“ Jonas Dzodzodzi lächelt. „Eine PET-Flasche wird zu drei Vierteln mit Wasser gefüllt. Dann schüttelt man sie, und so nimmt das Wasser Teile des Sauerstoffs auf, der sich in der Flasche befindet. Anschließend füllt man die Flasche vollständig, verschließt sie und legt sie mindestens sechs Stunden in die Sonne – bei wolkigem Himmel zwei Tage.“ Da der Kunststoff PET im Unterschied zu Glas das UV-Licht durchlässt, wird das Wasser durch die Kombination von hoher UV-Strahlung und einer Wassertemperatur von 50 Grad weitgehend von Keimen befreit.

Edem Asafo ist mit dem Motorrad in den Dörfern unterwegs, um das SODIS- Programm bekannt zu machen. „Vor allem in der Trockenzeit“, sagt er, ,,denn dann ist der Bedarf am größten. Allerdings muss man dann auch am meisten gegen Widerstände angehen. Die Menschen haben Durst und wollen sofort trinken, wenn sie endlich Wasser gefunden haben. Und dann muss ich sie davon überzeugen, die Flaschen abzufüllen und erst noch mal liegen zu lassen. Das ist nicht einfach.“ Und Asafo erzählt von einem Dorf, in dem das Gerücht aufkam, der Kunststoff der PET-Flaschen würde krebserregende Stoffe abgeben. Der kirchliche Mitarbeiter brauchte lange, hatte aber am Ende Erfolg und konnte die Dorfbewohner überzeugen, das SODIS-Programm fortzusetzen.

Trotzdem sind Dzodzodzi und Asafo begeistert von der Methode. „Wir machen viel Werbung“, berichten sie. „So haben wir zum Beispiel gerade ein Plakat entworfen, das wir weit verbreiten wollen. Die Anzahl der Dörfer, die beim SODIS-Programm mitmachen, wächst und wächst. Und wir erklären ja nicht nur die Methode, sondern informieren insgesamt über Hygiene und Gesundheit und über Typhus und Cholera - lebensbedrohliche Krankheiten, die entstehen können, wenn man verunreinigtes Wasser trinkt.“

Edem Asafo möchte noch häufiger in den Dörfern der Volta-Region unterwegs sein. Doch sein Motorrad ist alt und reparaturanfällig. Außerdem hat er nicht genug Test-Utensilien, um den Menschen den Qualitätsunterschied zwischen dem Wasser vor und nach der SODIS-Behandlung zu präsentieren. „Aber ich mache trotzdem weiter“, meint er. „Schließlich sterben einfach zu viele Menschen an den Folgen von verunreinigtem Wasser.“

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