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Männerarbeit: MP 1904

Die Gruppen treffen sich regelmäßig, um gemeinsam Lebensfragen zu diskutieren.

Die Evangelisch-Presbyterianische Kirche in Ghana ist vielfältig aufgestellt. So gibt es auch eine engagierte Männerarbeit. 1995 wurde auf der Synode beschlossen, Gruppen in jeder Gemeinde aufzubauen.

Pastor Jonathan Komladzei hat ein kleines Büro beim Sitz der Kirchenleitung in Ho. Es ist spärlich eingerichtet: ein Schreibtisch, ein Regal. „Es fehlt das Geld für eine bessere Ausstattung“, meint der Verantwortliche der kirchlichen Männerarbeit. „Trotzdem arbeiten wir nach Kräften. Unsere Angebote berühren spirituelle, soziale und wirtschaftliche Aspekte.“ Besonders der soziale Bereich nimmt einen großen Teil der Arbeit ein. „Es ist wichtig, dass wir Seminare ausschließlich für Männer anbieten“, erklärt der Pastor. „Wir tauschen uns darüber aus, welche Rolle Männer in der Gesellschaft, der Familie und der Kirche spielen. Da ist ja einiges im Umbruch. Dann geht es um Fragen zum Ruhestand: Wie kann man sich darauf vorbereiten? Welche Veränderungen bedeutet dieser Schritt? Oder wir informieren über Krankheiten, die nur Männer betreffen, wie zum Beispiel Prostata-Beschwerden. In den meisten Fällen laden wir für diese Seminare und Fortbildungen Pastoren und andere Multiplikatoren ein, die dann im Anschluss die Inhalte in ihren Gemeinden weitergeben. So erreichen wir möglichst viele.“

Was die spirituelle Komponente angeht, organisiert Komladzei Fortbildungen für die Anleitung von Bibel-Arbeiten. Es gibt Koordinatoren in 15 Kirchenkreisen, die regelmäßig an entsprechenden Workshops teilnehmen und ihr Wissen an die Leiter der jeweiligen Gemeindekreise weitergeben. „Die wirtschaftliche Lage in Ghana nehmen wir natürlich auch wahr“, erzählt der Pastor. „Bei uns sind viele junge Männer arbeitslos. Daher bieten wir gezielt Seminare an, in denen 18- bis 35-Jährige Kenntnisse erwerben können, um ihren Lebensunterhalt selbst zu verdienen. Die Kirchenkreise wählen die Teilnehmer dafür aus. Sie schicken uns diejenigen, die bedürftig sind, aber gleichzeitig hochmotiviert. Dann sind die Maßnahmen auch erfolgreich.“

Das relativ schmale Budget der Männerarbeit speist sich aus verschiedenen Quellen, 60 Prozent kommen von den Gemeinden, Distrikten und Kirchenkreisen. Einmal im Jahr findet in der gesamten E.P.Church eine Aktionswoche statt, in der für die Männerarbeit gesammelt wird.

Trotz des finanziellen Engpasses hat Jonathan Komladzei vor, die beruflichen Fortbildungen noch weiter ausbauen. Er plant eine eigene Fahrschule, um jungen Männern die Möglichkeit zu geben, sich als Fahrer für eine Stelle zu bewerben. Außerdem möchte er Workshops über Automechanik organisieren. Da sei großes Interesse bei den möglichen Teilnehmern und auch ein Bedarf. Er habe schon Kontakt mit einem fachkundigen Ingenieur aufgenommen, der bereit ist, sein Wissen in die Planung einfließen zu lassen. „Meine vier Kinder sind ja inzwischen schon zwischen 23 und 40 Jahre alt“, berichtet der Pastor. „Auch da habe ich miterlebt, wie schwierig es sein kann, sich seine berufliche Zukunft aufzubauen.“

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